Thomas Schneider (r.) wurde mit dem VfB Stuttgart 1992 Deutscher Meister © getty

Thomas Schneider steht bei seinem Debüt als VfB-Coach gleich vor einer harten Nuss. Die Stuttgarter müssen gegen Rijeka siegen.

Stuttgart - Die Stimmung hat Thomas Schneider schon verbessert, jetzt sollen die Ergebnisse folgen: Wenn der neue Trainer des VfB Stuttgart am Donnerstag (17.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVE-TICKER) im Playoff-Rückspiel der Fußball-Europa-League sein Debüt feiert, steht er gleich unter gehörigem Erfolgsdruck.

Doch Schneider schreckt das nicht. "Wir müssen das von der Qualität her packen gegen diesen Gegner - ohne Wenn und Aber", sagte der 40-Jährige am Mittwoch.

Von diesem Gegner, dem HNK Rijeka aus Kroatien, hat sich der VfB vor einer Woche überrumpeln lassen. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Wie so oft in den letzten Wochen unter dem am Montag entlassenen Bruno Labbadia hatten die Schwaben beim 1:2 Ordnung, Überzeugung und Entschlossenheit vermissen lassen.

Nach einem Sieg aus sieben Pflichtspielen war Labbadias Zeit vorbei. Schneider soll jetzt den Einzug in die Gruppenphase schaffen.

Trio setzt auf gute Laune

Um vor allem den zuletzt fehlenden Mut zurückzugewinnen, setzte er mit seinen Assistenten Alfons Higl und Tomislav Maric erst einmal auf gute Laune.

Es wurde viel gelacht beim ersten Training. "Wir hatten eine Menge Spaß, die Spieler waren aber auch absolut motiviert", sagte der frühere U17-Coach des VfB.

Doch eine "Spaßveranstaltung" werde die Begegnung deswegen noch lange nicht, fügte Schneider hinzu, der bei seinen ersten öffentlichen Auftritten einen noch etwas vorsichtigen, aber in seinen Aussagen klaren und überzeugenden Eindruck erweckte.

Es steht viel auf dem Spiel für die Stuttgarter, die die trübsinnigen ersten Saisonwochen hinter sich lassen oder aber den Stimmungsaufschwung sofort wieder abwürgen können. Schneider sieht die Chance, nicht das Risiko.

"Mehr Ansporn als Belastung"

"Ich habe als Spieler diesen Druck gebraucht, um Leistung zu bringen. So etwas war für mich immer schon mehr Ansporn als Belastung."

Seine positive Grundhaltung zu übertragen, war zunächst Schneiders wichtigstes Anliegen. Umfassende taktische Veränderungen sind in der Kürze der Zeit ja noch nicht möglich.

"Wir", sagte Mittelfeldspieler Christian Gentner, "sind ein bisschen gelöster, befreiter. Diese Aufbruchstimmung wollen wir mitnehmen." Rijeka sei genau "der richtige Gegner zum richtigen Zeitpunkt", ergänzte Schneider.

Der will mit dem Stil seiner Mannschaft ab sofort auch das unter Labbadia stets grummelnde Publikum begeistern. Auf Tempo und Offensive soll der VfB künftig ausgerichtet sein.

Eine Stimmung "wie in England" und ein "geiles Spiel" wünscht er sich für die Premiere.

Reichlich Kredit für Schneider

Kredit hat er als langjähriger VfBler vom Anhang offenbar reichlich.

Bei einem abendlichen Lauf am Dienstag sei ihm von Passanten sehr viel Zuspruch entgegengebracht worden, berichtete er. Zuspruch, den sein Vorgänger schon länger nicht mehr bekam. Auch die erwarteten 25.000 Zuschauer sind ein positives Zeichen.

Zu etwaigen personellen Veränderungen hielt sich Schneider bedeckt.

Da aber auch Spieler wieder eine Chance erhalten, die bei Labbadia auf dem Abstellgleis standen und der eigene Nachwuchs eine größere Rolle spielen dürfte, könnte es Überraschungen geben.

Die voraussichtlichen Mannschafsaufstellungen:

Stuttgart: Ulreich - Sakai, Schwaab, Rüdiger, Rausch - Gentner, Boka - Werner, Leitner, Cacau - Ibisevic

Rijeka: Vargic - Tomecak, Leskovic, Maric, Skarabot - Zlomislic, Males, Kvrzic - Alispahic, Sharbini - Benko

Schiedsrichter: Martin Hansson (Schweden)

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