Alex Meier (r., mit Kevin Trapp) hat bei Eintracht Frankfurt einen Vertrag bis 2014 © getty

Frankfurt feiert ein erfolgreiches Europa-Comeback. Der Trainer ist noch vorsichtig, für den Boss ist das Rückspiel nur Formsache.

Frankfurt/Main - Als Matchwinner Alexander Meier und seine Kollegen am Freitagmorgen um kurz nach 5.00 Uhr mit kleinen Augen aus dem Flieger stiegen, hatten die Profis von Eintracht Frankfurt neben ihrer Müdigkeit auch neues Selbstvertrauen im Gepäck.

"Der Sieg sollte uns jetzt den richtigen Kick für die Bundesliga geben", sagte Doppel-Torschütze Meier, der das 2:0 im Play-off-Hinspiel zur Europa League bei FK Karabach Agdam (Bericht) schon abgehakt hatte. (DATENCENTER: Europa League Qualifikation)

Obwohl der Bundesligist in Aserbaidschans Hauptstadt Baku nach knapp sieben Jahren Europacup-Abstinenz ein erfolgreiches Comeback gefeiert hatte und mit eineinhalb Beinen in der Gruppenphase steht, richtete sich der Blick der Frankfurter bereits wieder auf die deutsche Eliteklasse.

58 Stunden gegen die Müdigkeit

Schließlich blieben den Hessen nach ihrer Rückkehr nur 58 Stunden, um die Müdigkeit loszuwerden.

Am Sonntag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER und LIVE auf SPORT1.fm) bei Eintracht Braunschweig muss der Liga-Fehlstart mit zwei Pleiten aus den ersten beiden Spielen ausgebügelt werden.

Andernfalls drohen unruhige Zeiten am Main - Europacup-Sieg nach 2444 Tagen ohne internationalen Fußball hin oder her.

Jetzt drei Bundesliga-Punkte

Das weiß auch Torhüter Kevin Trapp.

"In Braunschweig wollen wir die ersten drei Punkte. Wichtig ist, dass wir bis dahin gut regenerieren", sagte der Keeper, der vor den 31.000 Zuschauern im ausverkauften Tofik-Bachramow-Stadion kaum geprüft wurde, sich aber ständigen Laserpointer-Attacken von den Tribünen ("Das ist voll sch...") ausgesetzt sah.

Die Eintracht bestimmte über weite Strecken das Spiel gegen den Spitzenreiter der Premyer Liqasi und dreimaligen Meister Aserbaidschans.

600 Eintracht-Fans freuen sich

Ersatz-Kapitän Meier, der den angeschlagenen Schweizer Pirmin Schwegler vertrat, setzte die Überlegenheit der Gäste in der 6. und 75. Minute auch in Zählbares um - zur Freude der knapp 600 Eintracht-Anhänger, die die 3500 Kilometer lange Reise auf sich genommen hatten.

"Wer die Tore macht, ist egal. Es hat Spaß gemacht und war noch einmal eine Steigerung gegenüber dem 0:1 zuletzt gegen Bayern München. Wir sind auf einem guten Weg und müssen jetzt genauso weiterarbeiten", sagte der 30 Jahre alte Meier.

Und er fügte an: "Das Ergebnis ist eine gute Grundlage für das Rückspiel, aber wir sind noch nicht durch."

Veh ist zufrieden

Ähnlich sah es Trainer Armin Veh.

"Wir haben verdient gewonnen, weil wir von Beginn an unheimlich konzentriert agiert haben. Wichtig war vor allem, dass wir zum richtigen Zeitpunkt getroffen haben", meinte der Coach:

"Aber wir sind noch lange nicht weiter und werden das Rückspiel in Frankfurt ernst nehmen. Es wäre das Allerdümmste, wenn wir das 2:0 nur verwalten wollten."

Bruchhagen: Formsache

Nur der Chef wich von der vorsichtigen Sprachregelung der Spieler und des Trainers ab.

Für Vorstandsboss Heribert Bruchhagen ist das Weiterkommen bei der 85. internationalen Partie der Frankfurter am kommenden Donnerstag in der heimischen Arena nur noch Formsache.

"Ich freue mich, dass wir die Gruppenphase erreicht haben", sagte Bruchhagen, der mit Einnahmen in Höhe von fünf Millionen Euro planen kann: "Machen wir uns nichts vor: Da ist keine Gefahr mehr."

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