HANNOVER 96: Marko Marin ist bei den Niedersachsen ein Thema. Der frühere Nationalspieler gehört nach seiner Ausleihe zum FC Sevilla nun wieder zum Kader des FC Chelsea. Bei den "Blues" dürfte sich der 25-Jährige aber keine Spielanteile ausrechnen. Hannover soll sich intensiv mit dem Flügelflitzer beschäftigt haben
Zur Saison 2013/14 wechselte Marko Marin auf Leihbasis von Chelsea nach Sevilla © imago

Die beiden Deutschen können mit den Klubs für die Gruppenphase planen. Marin wird gefeiert, Gomez bleibt bescheiden.

Zürich/Berlin - Marko Marin verzauberte die spanischen Fans mit einem Doppelpack, Mario Gomez überzeugte vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw - und der angeschlagene Lewis Holtby brauchte nicht einmal eingreifen:

Die deutschen Profis erlebten mit ihren ausländischen Klubs einen erfolgreichen Auftakt in die Europa-League-Qualifikation und können schon fast für die Gruppenphase planen.

Für Marin und den FC Sevilla sah es zu Beginn gegen Slask Breslau zunächst alles andere als gut aus. Doch der Leihspieler vom FC Chelsea führte die Gastgeber nach einem 0:1-Rückstand mit zwei Treffern (67. und 89.) noch zu einem klaren 4:1 (1:1).

Leuchtrakte Marin

"Marin rettet Sevilla. Der Deutsche war der Schlüsselspieler bei der Aufholjagd", schrieb die Sporttageszeitung "Marca".

Und das Konkurrenzblatt "AS" titelte: "Marin bringt Sevilla zum Leuchten." Er selbst beließ es bei einem kurzen Twitter-Eintrag.

"Auf geht's Sevilla! - Gute Nacht!", kommentierte der 24-Jährige seinen Auftritt.

Der ehemalige Ntionalspieler scheint beim UEFA-Pokalsieger von 2006 und 2007 wieder auf dem Weg zu alter Form zu sein.

"Man sieht, dass Marko auf einem hohen Niveau ist", sagte Trainer Unai Emery: "Jetzt hoffen wir, dass er das Level auch die gesamte Saison halten kann." Das zwischenzeitliche 1:1 hatte der ehemalige Schalker Ivan Rakitic (36.) erzielt.

Gomez bleibt auf dem Boden

Nach seinem starken Pflichtspieldebüt im Trikot des AC Florenz wollte Mario Gomez nicht in Euphorie verfallen - trotz eines 2:1 (1:0) in Zürich beim Grasshopper Club mit seinem ehemaligen Junioren-Trainer Michael Skibbe.

"So lala", kommentierte Gomez die Begegnung: "Wenn man das Spiel so im Griff hat wie wir, dann darf man kein Gegentor kassieren. Aber gut - wir sind am Anfang der Saison, die Abläufe müssen sich erst noch einspielen. Auswärts zwei Tore sind sehr gut, aber es geht noch besser." (DATENCENTER: Europa League Qualifikation).

Trotz des erfolgreichen Starts gab sich der 20-Millionen-Euro-Einkauf, der nicht der von den Fans gefeierte Messias sein will, bewusst bescheiden.

Dass der Treffer zum 2:0 (46.) nicht ihm, sondern dem reingrätschenden Verteidiger Stephane Grichting zugeschrieben wurde, sei "überhaupt kein Problem", sagte Gomez: "Wir wollen in die Gruppenphase, und wer dafür die Tore macht, ist dann egal."

Löw beobachtet

Egal dürfte dem Nationalspieler die weitere Teilnahme am internationalen Geschäft, bestenfalls weit in das WM-Jahr 2014 hinein, kaum sein.

Zwar darf er den Besuch von Bundestrainer Joachim Löw und dessen Schweizer Chefscout Urs Siegenthaler im Züricher Stadion durchaus als Vertrauensbeweis ansehen.

Auf dem Weg nach Brasilien braucht Gomez nach seinem Wechsel vom Triple-Gewinner Bayern München aber wohl auch die internationale Bühne, um seinen Kaderplatz nicht zu gefährden.

Skibbe droht Krise

Ganz andere Sorgen hat der ehemalige DFB-Trainer Skibbe, der Gomez einst in der U 20 betreute. Dem 48-Jährigen droht die erste kleinere Krise in der Schweiz.

"Ich bin sehr traurig, dass wir nicht wenigstens einen Punkt mitgenommen haben", sagte Skibbe:

"Die Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte hätte das gerechtfertigt. In den ersten zwanzig Minuten waren wir dem Gegner spieltechnisch unterlegen - das muss man neidlos anerkennen."

Holtby nicht im Kader

Ganz entspannt dürfte derweil der angeschlagene Lewis Holtby das Hinspiel der Play-offs verfolgt haben, ohne Probleme setzte sich Tottenham Hotspur in Georgien bei Dinamo Tiflis 5:0 (2:0) durch.

Wegen Knieproblemen hatte der 22-Jährige die gesamte Vorbereitung des Premier-League-Klubs verpasst und stand am Donnerstag nicht im Kader.

Ebenso für die nächste Runde planen darf RB Salzburg mit dem deutschen Trainer Roger Schmidt und Sportdirektor Ralf Rangnick. Im Heimspiel gegen Zalgiris Vilnius aus Litauen kamen die Salzburger zu einem 5:0 (3:0).

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