Für den VfB geht es in Rijeka nicht nur um die Europa-League-Gruppenphase. Labbadia steht nach dem Liga-Fehlstart unter Druck.

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Von Christoph Gailer

München ? Gleich sieben neue Spieler tummeln sich seit Anfang Juli auf dem Trainingsplatz des VfB Stuttgart, darunter klangvolle Namen wie Mohammed Abdellaoue, Konstantin Rausch oder Moritz Leitner.

Mit den "glorreichen Sieben" verpflichtete Manager Fredi Bobic nicht nur neues Personal, sondern die personifizierte Hoffnung auf eine bessere Spielzeit als die abgelaufene. So lautete zumindest der Plan.

Die Umsetzung hingegen hakt und erinnert an den Saisonstart der vergangenen Spielzeit: zwei Bundesliga-Spiele, null Punkte.

Der offensichtliche Fehlstart wird von den Spielern vor dem Hinspiel der Europa-League-Playoffs beim kroatischen Vertreter HNK Rijeka (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER und bei SPORT1.fm) allerdings kleingeredet (DATENCENTER: Europa League Qualifikation).

Viele Neue, wenig Einsatzzeit

"Wir haben in den letzten Spielen nicht alles schlecht gemacht", sagte Martin Harnik zu SPORT1. Doch die Euphorie nach dem versöhnlichen Saisonabschluss 2012/2013 mit der Teilnahme am Pokalfinale und dem Kaderumbau ist längst dahin.

Abdellaoue, Rausch und Co. erwiesen sich bislang noch nicht als die erhofften Verstärkungen. Aus Verletzungsgründen oder taktischen Erwägungen bekamen allerdings viele Neo-Schwaben noch gar nicht genug Einsatzzeiten, um sich zu bewähren.

Symptomatisch jedoch für die aktuelle VfB-Situation: Gegen seinen Ex-Klub Bayer Leverkusen sorgte ausgerechnet Neuzugang Daniel Schwaab per Eigentor für die Entscheidung, am ersten Spieltag traf der Ex-Stuttgarter Shinji Okazaki beim 3:2-Sieg der Mainzer für den FSV und verhinderte gleich zwei VfB-Treffer auf der eigenen Torlinie.

Pfiffe gegen Labbadia

Im Anschluss an die Niederlage gegen Bayer forderten einzelne Fangruppierungen sogar schon die Entlassung von Coach Bruno Labbadia, der trotz des Rückstandes Angreifer Abdellaoue über 90 Minuten auf der Bank schmoren ließ. Nach 180 Bundesliga-Minuten brodelt es bereits in der Cantstatter Kurve.

Offensivspieler Harnik kann diese Negativstimmung zu einem so frühen Saisonzeitpunkt aber nicht nachvollziehen, denn "wenn man alle Pflichtspiele betrachtet, geht die Tendenz auf jeden Fall nach oben."

Immerhin sind die Schwaben in den K.o.-Wettbewerben noch ungeschlagen.

Große Probleme gegen Plowdiw

Im DFB-Pokal beim BFC Dynamo siegte Stuttgart mit 2:0. In der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League hatte der VfB jedoch massive Probleme mit den biederen Bulgaren von Botew Plowdiw (1:1, 0:0).

Nur dank der Auswärtstor-Arithmetik im Europapokal schafften es die Stuttgarter in die Playoffs.

Im Rückspiel im Ausweichspielort Großaspach avancierte VfB-Keeper Sven Ulreich zum besten Stuttgarter, was viel über die Leistung des VfB verrät. Nun geht's nach Kroatien.

Rijeka: Harnik ist gewarnt

In der Hafenstadt an der Kvarner-Bucht bleibt den Schwaben sicherlich keine Zeit, um sich von der Adria-Sonne bräunen zu lassen.

Zu wichtig ist das Erreichen der Europa-League-Gruppenphase. Finanziell, aber besonders in der aktuellen Situation, um den Turnaround zu schaffen.

"Rijeka wird ein schwerer Gegner, das Publikum soll sehr temperamentvoll sein", weiß Harnik: "Für sie ist es etwas ganz Besonderes, einen Bundesligisten zu schlagen."

Rückkehrer Bobic hofft auf Abwechslungseffekt

So weit soll es aus VfB-Sicht natürlich nicht kommen, und dafür haben die Schwaben mit Manager Fredi Bobic einen wahren Rijeka-Experte. Der Ex-Nationalspieler ließ seine Karriere von Januar bis Juli 2006 bei HNK ausklingen (acht Spiele, zwei Tore).

An alter Wirkungsstätte soll sein aktueller Klub wieder in die Spur finden.

"Die Playoffs können eine willkommene Abwechslung zur Liga sein, um uns Selbstvertrauen zu holen", sagte Bobic bereits mit Blick auf das Bundesliga-Kellerduell am Sonntag beim ebenfalls noch punktlosen FC Augsburg (ab 17.15 Uhr im LIVE-TICKER und bei SPORT1.fm): "Dort müssen wir punkten".

Denn der Ex-Profi weiß: Jede weitere Niederlage ist Gift für die Hoffnung auf eine gute Saison.

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