Nach dem Vielfach-Aus in der Euro League mag den Bundesligisten unterstellt werden, den Wettbewerb geringzuschätzen.

Da ist es auf einmal nur noch einer - und nicht mal der hat offenbar richtig Lust darauf.

Nach dem Europa-League-Sechzehntelfinale kommt der VfB Stuttgart als der letzte deutsche Mohikaner daher.

Hannover 96, Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach verabschiedeten sich mehr oder weniger sang- und klanglos aus Rückspiel und Gesamtwettbewerb.

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Dieser, von Franz Beckenbauer einst als Cup der Verlierer, von Mark van Bommel zudem als Fiat-Punto-Clio-Cup abqualifiziert, wirkt in seiner Wertschätzung unverständlicherweise selbst für die weitergekommenen Schwaben nur wie eine lästige Zusatzbeschäftigung.

Anders ist das Gejammer jedenfalls nicht zu erklären, das im Ländle angestimmt wird, weil bis zum nächsten Liga-Spiel ja bloß etwas mehr als 42 Stunden Verschnaufpause bestehen.

Nicht das erste Mal übrigens, dass das Thema Doppelbelastung zum großen Schlagwort hervorgekramt wird - in Sportarten wie Eishockey und Basketball wird über so etwas nur gelächelt.

Fast wäre man ohnehin geneigt zu sagen, die Bundesligisten hätten kein echtes Interesse an dem Klub-Konzert abseits der Königsklasse:

Denn verglichen mit der Champions League sind eine Etage tiefer

a) die Einnahmen kaum der Rede wert,

b) die Fans nicht selten nur schwer hinter dem Ofen hervor ins Stadion zu locken

c) die Gegner vielfach No-Names sowie

d) die Reisen weit, strapaziös und überdies eine Gefahr für Punktverluste in der Liga

Bemerkenswerterweise wird all das im Ausland offenbar ganz anders gesehen.

Vor allem in Spanien und neuerdings auch im weiten Osten, wo die reichen Russland-Klubs Anschi Machatschkala, Zenit St. Petersburg und Rubin Kasan den Traditionsklubs Dampf machen.

Während sich in den K.o.-Runden die deutsche Mittelklasse ausdünnt - anders als in der Champions League mit dem FC Bayern, Borussia Dortmund und aktuell auch noch dem FC Schalke.

Zu kurz greift dabei jedoch die gern ins Feld geführte Rechtfertigungsbehauptung, die Bundesligisten würden bisweilen schließlich auch oft mit einer B-Elf experimentieren.

In den jüngsten Achtelfinal-Rückspielen war eben das gerade nicht der Fall - vielmehr muss festgehalten werden, dass es schlichtweg nicht reicht, wenn es hart auf hart kommt.

Das bestätigt auch ein Blick in den Fußball-Almanach: Seit 2003 gewannen jeweils zweimal Atletico Madrid, der FC Sevilla und der FC Porto den früheren UEFA-Pokal, überdies der FC Valencia, ZSKA Moskau, St. Petersburg und Schachtjor Donezk.

Hierzulande war das zuletzt 1997 den Schalker Eurofightern gelungen.

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