Nach dem Aus gegen Anschi übt sich Slomka in Selbstkritik. Doch es soll gleich der nächste Angriff auf Europa folgen.

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Von Christian Paschwitz

München ? Nein, Vorwürfe wollte Mirko Slomka seinen Spielern hinterher wirklich keine machen:

"Sie haben alles versucht und alles gegeben. Davor muss man Respekt haben", sagte der Trainer von Hannover 96 nach dem 1:1 (0:0) gegen Anschi Machatschkala (Bericht), das die zweite Europa-Reise der Niedersachsen jäh beendete.

Und doch schmerzte das Aus bereits in der ersten K.o.-Runde der Europa League über alle Maßen. (DATENCENTER: Europa League)

Zu dicht dran am Weiterkommen schließlich war der Bundesliga-Achte, der im Vorjahr noch bis ins Viertelfinale vorgestoßen und erst gegen den späteren Sieger Atletico Madrid ausgeschieden war.

Newcastle-Trip zerschlägt sich

Zumal nun ein attraktiver Trip zu Newcastle United gewinkt hätte. Den bestreitet dafür der Milliardärsclub aus dem Nordkaukasus, der im Übrigen erstmals in der Runde der letzten Acht steht.

"Deswegen ist die Enttäuschung natürlich schon groß", sagte 96-Kapitän Christian Schulz. ( 678849 DIASHOW: Bilder der Rückspiele )

Slomka wiederum bedauerte: "Ich glaube auch, dass wir - das Spiel über die ganzen 90 Minuten betrachtet - auf Grund unserer Spielweise, Leidenschaft und Engagements einen Sieg verdient hätten."

Auch Pinto hadert

Gleichwohl zeigten sich die Hannoveraner, die im ersten Duell mit dem Team von Weltenbummler-Coach Guus Hiddink mit 1:3 den Kürzeren gezogen hatten, als faire Verlierer.

"Wir waren die bestimmendere und bessere Mannschaft", meinte Torschütze Sergio da Silva Pinto zunächst zwar.

Dessen Direktschuss (70.) ließ die Hoffnung aufs Weiterkommen lange leben, ehe die "Roten" einsehen mussten, dass ihren Offensivbemühungen doch nicht mehr das nötige zweite Tor entspringen sollte, Anschi stattdessen durch Lacina Traore in der langen Nachspielzeit (90.+8) noch den Ausgleich schaffte.

"Wollen jetzt keine Ausreden finden

Pinto wusste aber allzu gut, dass sich sein Team, das bereits in Halbzeit eins neun Torschüsse verzeichnete, letztlich an die eigene Nase fassen musste.

"Im Hinspiel hätten wir unsere Chancen besser nutzen müssen, dann hätte auch ein 1:0 gereicht. Aber wir wollen jetzt keine Ausreden finden", sagte der Deutsch-Portugiese.

Slomka bewertete es ähnlich nach dem vergeblichen Sturmlauf im Schneetreiben gegen Superstar Samuel Eto'o und Co.: "Ob es jetzt ein Sieg mit zwei Toren Unterschied hätte sein können, ist eine ganz andere Frage. Ich denke, dass wir, beide Spiele betrachtet, nicht ganz ungerechtfertigt ausgeschieden sind."

Hiddink erleichtert

Trainer-Pendant Hiddink war dennoch nicht so vermessen, von einem Weiterkommen als Selbstgänger zu sprechen.

Zumal die Hausherren mit Mohammed Abdellaoue, Mame Diouf und Didier Ya Konan drei Stürmer aufbot und mit ihnen mächtig Alarm entfachten.

"Hannover hat sehr viel Druck gemacht und auf Risiko gespielt. Hannovers erste richtige Chance war gleich ein Tor. Jetzt sind wir sehr froh, die nächste Runde erreicht zu haben", resümierte der Niederländer.

Volle Konzentration auf den HSV

Den Blick wieder voll auf den nächsten Bundesliga-Spieltag (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) richteten derweil die 96er - und denken dabei neben dem direkten Konkurrenten bereits erneut an Europa.

"Jetzt gilt es gegen den HSV. Bei einem Sieg sind wir wieder bis auf einen Punkt oben mit dran", rechnet Slomka vor.

Die Botschaft ist klar: Über das Nord-Derby nur 41 Stunden nach Anschi soll sich rasch den internationalen Plätzen genähert werden, um auch im kommenden Jahr im Konzert der Großen dabei zu sein.

Neuer Vertrag für Andreasen

Davon träumt auch Leon Andreasen, der sich wohl als einziger 96er ein bisschen freuen durfte:

Der noch immer mit einem Kreuzbandriss außer Gefecht gesetzte Däne einigte sich mit den Niedersachsen auf einen neuen Einjahres-Vertrag.

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