Slomka (M.) ist enttäuscht: Letztes Jahr erreichte er mit Hannover das Viertelfinale © getty

96 rennt gegen Anschi Machatschkala über 90 Minuten an und darf nach Da Silva Pintos Treffer hoffen. Dann kontern die Russen.

Hannover - Aus der Traum vom Achtelfinale: Hannover 96 hat ein weiteres Fußball-Märchen im dichten Schneetreiben verpasst und ist in der Zwischenrunde der Europa League trotz einer starken Vorstellung an Anschi Machatschkala gescheitert.

Der Mannschaft von Trainer Mirko Slomka kam im Rückspiel nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus. Das reichte nicht, um die 1:3-Niederlage aus dem Hinspiel vor einer Woche vergessen zu machen. (DATENCENTER: Europa League)

Die Führung von Sergio da Silvo Pinto (70.) per Direktabnahme war am Ende zu wenig. ( 678849 DIASHOW: Bilder der Rückspiele )

Lacina Traore glich tief in der Nachspielzeit nach einem Konter aus (90.+9).

"Hätten den Sieg verdient gehabt"

"Wir hatten uns viel vorgenommen. Wir haben Anschi von Beginn an unter Druck gesetzt und uns viele Torchancen erarbeitet. Ich denke, es war kämpferisch und läuferisch eine sehr gute Leistung. Am Ende hätten wir zumindest den Sieg verdient gehabt", sagte Trainer Mirko Slomka.

In der Vorsaison war 96 noch bis ins Viertelfinale vorgestoßen und erst gegen den späteren Sieger Atletico Madrid ausgeschieden.

Anschi erstmals im Achtelfinale

Die "Roten" zeigten gegen Anschi auf dem in der zweiten Halbzeit schneebedeckten Platz eine ihrer besten Saisonleistungen, belohnten sich für ihren hohen Aufwand aber trotz guter Möglichkeiten nicht - und verpassten es so, die abgezockten Russen noch stärker unter Druck zu setzen.

Nach der Pause mussten die Niedersachsen ihrem enormen Anfangstempo etwas Tribut zollen, durften aber dennoch bis zum Schluss hoffen.

Der russische Klub des Milliardärs Suleiman Kerimov um Superstar Samuel Eto'o steht erstmals im Achtelfinale eines europäischen Wettbewerbs und trifft dort auf Newcastle United.

"Ich denke, dass wir heute die bessere, bestimmendere Mannschaft waren. Im Hinspiel hätten wir unsere Chancen besser nutzen müssen, dann hätte auch ein 1:0 gereicht. Wir wollen jetzt keine Ausreden finden" sagte da Silvo Pinto.

96 mit drei Stürmern

Vor nur 27.500 Zuschauern in der eigenen Arena war 96 bei Eiseskälte von Beginn an heiß auf ein frühes Tor. Mit Mohammed Abdellaoue, Mame Diouf und Didier Ya Konan standen drei gelernte Angreifer in der Startelf.

Zusammen mit Top-Vorbereiter Szabolcs Huszti entwickelten sie viel Druck und versuchten nach Ballgewinnen überfallartig umzuschalten. Leichte Unkonzentriertheiten beim Passspiel verhinderten aber zunächst zwingende Möglichkeiten.

Abdellaoue verpasste dann aber eine Huszti-Hereingabe (15.), verzog einen Weitschuss (20.) und hatte weitere Chancen. Diouf setzte einen Kopfball nur ganz knapp neben das Tor (23.).

Powerplay wird nicht belohnt

Nach einem weiteren gefährlichen Kopfball von Ya Konan (40.) und insgesamt neun Torschüssen im ersten Durchgang blieben weitere beste Chancen zunächst lange aus.

Nach der Führung durch Pinto warf 96 dann alles nach vorne, rannte aber bis zum Schluss vergeblich an.

Anschi konzentrierte sich mit dem Hinspiel-Sieg im Rücken zunächst auf eine stabile Defensive. Über Top-Star Eto'o und den schnellen Willian versuchte das Team von Trainer Guus Hiddink mit zunehmender Spieldauer aber auch immer wieder gefährliche Nadelstiche zu setzen.

Eto'o ließ in der 18. Minute fast die komplette 96-Hintermannschaft ganz schlecht aussehen, vergab aber aus aussichtsreicher Position.

Samstag gegen den HSV

Den müden Hannoveranern bleibt nun kaum Zeit zur Erholung.

Nur knapp 41 Stunden nach Abpfiff empfangen die "Roten" am Samstag den Hamburger SV zum Nordderby in der Bundesliga - ein direkter Konkurrent um die erneute Qualifikation zur Europa League.

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