SPORT1-Reporter Julian Buhl reist zu Gladbachs Spiel in Rom an einen Ort mit historischer Bedeutung für den deutschen Fußball.

Ein in seinen Gedanken versunkener Franz Beckenbauer schlendert über den Rasen. Beide Hände tief in den Hosentaschen vergraben. Die Goldmedaille um seinen Hals baumelt über der Krawatte.

Eine bis heute unvergessene Szene der deutschen Fußballgeschichte, die irgendwie jeder vor Augen hat, als wäre er selbst dabei gewesen.

Zugetragen hat sich dieser sporthistorische Nacht-Spaziergang des "Kaisers", ja richtig, sicherlich: 1990 im "Stadio Olimpico" in Rom unmittelbar nach dem 1:0-Triumph der deutschen Nationalelf mit Teamchef Beckenbauer im WM-Finale gegen Argentinien.

Wie zuvor bereits 1980 beim Gewinn des Europameistertitels - 2:1 im Finale gegen Belgien - erlebte der deutsche Fußball hier erneut eine seiner Sternstunden.

[image id="f366a507-63e1-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Zurück in der Gegenwart bereitet Borussia Mönchengladbachs Trainer Lucien Favre seine Mannschaft beim Abschlusstraining im Olympiastadion in Rom auf das Zwischenrunden-Rückspiel der Europa Leauge gegen Lazio vor.

Vor den leeren Rängen wirkt der Tross der Gladbacher noch ein wenig verloren, das Stadion mit seinen flach aufsteigenden Betontribünen und der das Spielfeld umrundenden Leichtathletik-Laufbahn riesig.

Dieses Bild soll sich spätestens beim Anpfiff der Partie ändern. Denn mehr als 10.000 Gladbacher Fans haben ihren Besuch in Rom und damit einen Vereinsrekord angekündigt.

Der Großteil wird zwar erst am Spieltag in die italienische Hauptstadt anreisen. Eine beträchtliche Vorhut tat dies allerdings bereits am Vortag.

Am Flughafen strömten schon da immer wieder grün-weiß gekleidete Menschenmengen in den Ankunftsbereich und bildeten ein lautstarkes Empfangskomitee für die Spieler der Borussia.

Vor dem Spiel wird die Reisegruppe aus Mönchengladbach mit Sicherheit auch die Sehenswürdigkeiten und zentralen Plätze der ewigen Stadt in ihre Farben hüllen.

Bevor sie sich am Abend dann alle im Olympiastadion versammeln.

Ihre Mission ist klar: Sie wollen ihrer Mannschaft zu einer Art Heimspiel in Rom und natürlich zum Sieg verhelfen. Dass dies auch gelingen wird, bezweifelt wohl kein einziger der 10.000.

Und über einen in seinen Gedanken versunkenen Trainer nach dem Triumph einer deutschen Mannschaft würden sie sich mit Sicherheit auch freuen.

Weiterlesen