Arthur Boka (gegen Thomas Buffel) bestritt für den VfB sechs Partien in der Europa League © getty

Nach dem Sieg in Hoffenheim will Stuttgart nachlegen. Die Europa League bietet trotz des Remis im Hinspiel Gelegenheit dazu.

Stuttgart - In der Bundesliga ist der VfB Stuttgart erst mal aus dem Gröbsten raus, international droht aber ein neuer Nackenschlag.

Wenn die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia am Donnerstag bei KRC Genk (ab 18.45 Uhr im LIVE-TICKER) in der Zwischenrunde der Europa League ausscheiden sollte, war das Ende der Misere nur ein kurzes Aufatmen.

"Es war ein erster kleiner Schritt in die richtige Richtung", sagte VfB-Manager Fredi Bobic nach dem Derbysieg bei 1899 Hoffenheim.

Bobic wusste, dass zunächst einmal nur der rasante Abwärtstrend gestoppt worden war.

Drei wichtige Partien

Der Sieg nach zuvor fünf Liga-Pleiten am Stück kann andererseits auch impulsgebend für die nächsten Tage sein.

Ein Sieg in Belgien, vielleicht noch einer gegen den 1. FC Nürnberg am Samstag und schließlich ein Weiterkommen im DFB-Pokal gegen den VfL Bochum - Stuttgart hat die Chance, sich durch die Pokalwettbewerbe wieder in einen Euphoriezustand zu versetzen.

"Wir haben zwei Riesenmöglichkeiten, das muss uns bewusst sein", sagt der Österreicher Martin Harnik.

Statt eines internationalen Fiaskos könnte der VfB binnen einer Woche im Europa-League-Achtelfinale und im DFB-Pokal-Halbfinale stehen (DATENCENTER: Europa League).

Kompakte Abwehr und wirkungsvolle Nadelstiche

Dazu muss die Labbadia-Elf aber zunächst mit einer ähnlich kompakten Vorstellung aufwarten wie in Hoffenheim. Das unnötige 1:1 im Hinspiel gegen Genk sollte keinesfalls als Vorbild dienen.

Kühler Kopf und klares Spiel sind gefragt im kleinen, engen Hexenkessel Cristal Arena.

"Wir werden aus einer guten Ordnung heraus spielen", kündigt Labbadia an und setzt offensiv auf wirkungsvolle Nadelstiche.

Vossen-Einsatz unsicher

Der VfB muss derzeit Ergebnisfußball abliefern. In Schönheit zu sterben, können sich die Schwaben nicht erlauben, dazu ist die Situation zu prekär.

"Unsere Spiele sind im Augenblick nicht zwingend wunderschön anzuschauen, aber wenn wir gewinnen, fragt bald niemand mehr danach", sagt Christian Gentner, der in den letzten Wochen als einer von wenigen konstant überzeugte und auch das Tor im Hinspiel erzielte.

Wenn bei Genk Kapitän und Torjäger Jelle Vossen wegen einer Knöchelblessur ausfallen würde, käme dies den Stuttgartern zudem gelegen.

Außer Vossen besitzt der dreimalige belgische Meister keinen Stürmer von internationalem Format.

Hauptsache Sieg - egal wie

Genks Trainer Mario Been erwartet "ein sehr schwieriges Spiel", in das der VfB, der in der nächsten Runde auf Lazio Rom oder Borussia Mönchengladbach träfe, leicht favorisiert geht - als einziges der deutschen Teams der Europa League.

"Wir sind nicht in der Außenseiterrolle. Ich bin optimistisch, dass wir weiterkommen. Mit einem Sieg, einem hohen Unentschieden oder in der Verlängerung, das ist egal", sagt Gentner.

Personell muss Labbadia ein wenig umstellen. Für den gesperrten Georg Niedermeier könnte Winter-Neuzugang Felipe Lopes innen verteidigen. Überdies fehlt nur der verletzte Tunay Torun.

Voraussichtlichen Aufstellungen:

Genk: Köteles - Ngcongca, Simaeys, Koulibaly, Tshimanga - Kumordzi, Hyland - Buffel, Joseph-Monrose - Plet (Vossen), De Ceulaer

Stuttgart: Ulreich - Sakai, Tasci, Felipe Lopes (Rüdiger), Boka - Kvist, Gentner - Harnik, Holzhauser, Traore - Ibisevic

Schiedsrichter: Alon Yefet (Israel)

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