Luuk de Jong (l.) erzielte in der Europa League zwei Tore für Gladbach © getty

Zwei Pleiten, zwei Remis: Die Bundesliga-Klubs stehen vor den Rückspielen unter Zugzwang. Gladbach setzt auf seine Auswärtsstärke.

München - Risiko gegen reiche Russen, breite Brust gegen Benfica, Rekord in Rom: Die deutschen Mannschaften haben in der Europa League noch lange nicht aufgegeben.

Die Ausgangslage für die Zwischenrunden-Rückspiele ist für Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen, Hannover 96 und den VfB Stuttgart zwar alles andere als leicht, Siege müssen her (DATENCENTER: Europa League).

Doch von Resignation ist nichts zu spüren - im Gegenteil.

Nach dem spektakulären 3:3 gegen Lazio Rom im Hinspiel rechnet Mönchengladbach am Donnerstag (ab 18.45 Uhr im LIVE-TICKER) mit 10.000 Borussia-Fans in der italienischen Hauptstadt - Vereinsrekord.

Die ersten 6000 Karten für das Spiel im Olympiastadion waren innerhalb von fünf Minuten vergriffen, ein zweites Kontingent mit 1500 Tickets hielt ebenfalls nicht lange.

Auswärtsstärke bereits bewiesen

Verteidiger Martin Stranzl macht den Anhängern des UEFA-Pokalsiegers von 1975 und 1979 Mut, dass sich die Reise lohnen könnte:

"Wir haben in Kiew und bei Fenerbahce gewonnen, in Marseille ein Remis geholt. Wir wissen, dass wir auswärts gegen Top-Gegner bestehen können."

Doch bestehen reicht wohl nicht gegen den Klub des verletzten deutschen Nationalspielers Miroslav Klose.

Ein Sieg muss wohl her

Aufgrund der drei Auswärtstore der Römer braucht der Bundesligist wahrscheinlich einen Sieg, um eine Runde weiterzukommen.

"Jetzt müssen wir 1:0 oder 2:1 gewinnen. Ein höheres Ergebnis wird nicht möglich sein", hatte Trainer Lucien Favre direkt nach dem Hinspiel gesagt, in dem Gladbach kurz vor Schluss den ärgerlichen Ausgleich kassiert hatte ( 676224 DIASHOW: Europa-League-Achtelfinale ).

[kaltura id="0_u22z5rp6" class="full_size" title="Gladbachs verr cktes Remis gegen Lazio "]

Bender gibt nicht auf

Noch schlechter ist die Ausgangsposition für Bayer Leverkusen. Die Werkself läuft beim portugiesischen Rekordmeister Benfica Lissabon einem 0:1 aus dem Hinspiel hinterher und muss im Estadio da Luz unbedingt gewinnen (Do., ab 20.50 Uhr im LIVE-TICKER).

"Benfica ist ein sehr starker Gegner, aber wir werden alles tun, um weiterzukommen", sagte Sportdirektor Rudi Völler kämpferisch.

Auch Lars Bender glaubt fest an die Chance des Bundesliga-Dritten, der mit dem Sieg gegen den FC Augsburg (2:1) frisches Selbstvertrauen tankte.

"Wir werden von der ersten Minute an versuchen, in Führung zu gehen", sagte der Nationalspieler, "wir haben noch nicht aufgesteckt. Wir fahren dahin, um das Spiel zu drehen."

Keine "Waffengleichheit"

Eine Reise bleibt Hannover 96 immerhin erspart, Anschi Machatschkala muss in der niedersächsischen Landeshauptstadt ran.

Doch die Russen kommen mit einem 3:1 aus dem Hinspiel im Gepäck - und mit einer 90-Millionen-Offensive. Neben dem früheren Barcelona-Ass Samuel Eto'o schickt der niederländische Trainer Guus Hiddink wohl die 2,03-Kante Lacina Traore auf Torejagd, im Hinspiel fehlte der Ivorer noch gesperrt.

Garniert wird die Abteilung Attacke mit den offensiven Mittelfeldspielern Mbark Boussoufa und Willian, den Anschi in der Winterpause für 35 Millionen Euro von Schachtjor Donezk loseiste.

"Es stimmt, dass nicht wirklich Waffengleichheit besteht", sagte 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke vor dem Spiel (Do., ab 20.50 Uhr im LIVE-TICKER).

Anschi auswärts schwach

Mut macht Hannover vor allem die schwache Auswärtsbilanz des russischen Retortenklubs.

Anschi hat in der laufenden Europa-League-Saison zwar alle Heimspiele gewinnen, doch auswärts fühlen sich die Stars bisher kaum wohl: 1:1 in Udine, 0:1 in Liverpool und 1:3 bei den Young Boys Bern.

Hannover ist dagegen vor eigener Kulisse international noch ungeschlagen. Bei einem 2:0 wäre das Team von Trainer Mirko Slomka weiter.

VfB als Favorit nach Genk

Der VfB Stuttgart sieht sich als einziger deutscher Klub nicht als Außenseiter nach dem 1:1 gegen den KRC Genk. "Ich bin optimistisch, dass wir weiterkommen", sagte Mittelfeldspieler Christian Gentner.

Dabei ist den Schwaben egal, ob sie sich in Belgien ab (Do., ab 18.45 Uhr im LIVE-TICKER) mit einem Sieg, einem hohen Unentschieden oder nach Verlängerung durchsetzen.

Ein Erfolg gegen den Tabellendritten der "Eerste Klasse" würde dem VfB Auftrieb verleihen.

Sportlich und finanziell.

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