Dem deutschen Europa-League-Quartett droht schon das Aus. Es wäre ein herber Rückschlag für das Image des deutschen Fußballs.

Die Bundesliga boomt. Das vermeldete die DFL im vergangenen Monat nicht ohne Stolz.

Wirtschaftliche Rekordergebnisse, volle Stadien, tolle Stimmung. Alles prima, alles schön. Doch auch sportlich muss es passen. Der Donnerstagabend war da eher ernüchternd.

Leverkusen, Gladbach, Hannover und Stuttgart zogen in der Europa League ins Feld, um der internationalen Konkurrenz das Fürchten zu lehren. Gelungen ist das nicht. Nicht einmal im Ansatz. Die ernüchternde Bilanz: Zwei Pleiten und zwei Unentschieden, die sich wie Niederlagen anfühlen.

Nur Gladbach hatte es dabei mit einem Team aus einer kontinentalen Spitzenliga zu tun: Lazio Rom. Und sonst? Belgier, Portugiesen, mit dicken Schecks aufgemotzte Russen vermiesten den Europapokalabend.

[image id="88f87ea3-63e2-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Alles unangenehme Kontrahenten, keine Frage. Gemäß des eigenen Anspruchs und der positiven Entwicklung der vergangenen Jahre aber keine unüberwindbaren Hürden. Dies muss nun in den Rückspielen bewiesen werden. Sonst würde es ungemütlich.

Kein deutsches Team im Achtelfinale der Europa League? Eigentlich unvorstellbar - und auch gefährlich. Für die Fünfjahreswertung der UEFA und die Sicherung des vierten Champions-League-Platzes. Vieleicht nicht aktuell, zumindest aber perspektivisch.

Vor ein paar Jahren hat Franz Beckenbauer mal über die Europa League gelästert. Damals hieß der Wettbewerb noch UEFA-Pokal. Oder wie der Kaiser ihn nannte: "Cup der Verlierer."

Beckenbauer bezog sich damals auf die Wertigkeit der Veranstaltung. Am Donnerstag trafen seine Worte aber vor allem aus anderen Gründen zu - zumindest aus Sicht der Bundesliga-Klubs.

Stuttgart taumelte weiter durch die Krise. Bayers-Trainerduo rotierte den Erfolg aus der Startelf. Hannovers Stürmer fanden weder Tor noch Form. Und bei Gladbach geriet die Hintermannschaft bei beinahe jeder Flanke durcheinander.

Vor den Rückspielen ist man flächendeckend gefordert. Als Mannschaft und als Repräsentant des deutschen Fußballs. Sollten das alle verinnerlichen, klappt es auch noch mit der nächsten Runde.

Weiterlesen