Sofian Chahed (l.) kam 2009 von Hertha BSC zu Hannover 96 © getty

Die Niedersachsen kassieren im Hinspiel eine verdiente Pleite gegen Machatschkala. Zieler und der Schiri verhindern Schlimmeres.

Moskau - Der europäischen Reise droht ein frühzeitige Ende: Für Hannover 96 ist die Tür zum Achtelfinale in der Europa League fast schon zu.

Die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka unterlag im Hinspiel der Zwischenrunde bei Anschi Machatschkala nach einer enttäuschenden Vorstellung 1:3 (1:1) und muss nächste Woche im Rückspiel auf ein kleines Wunder hoffen, um wie im Vorjahr noch die Runde der letzten 16 zu erreichen.

Damals war Hannover erst im Viertelfinale am späteren Sieger Atletico Madrid gescheitert.

Stürmerstar Samuel Eto'o (34.), Odil Ahmedow (48.) und Mbark Boussoufa (64.) trafen für die Russen, nachdem Szabolcs Huszti (22. ) Hannover zunächst in Führung gebracht hatte. (DATENCENTER: Europa League)

"Die taktischen Feinheiten von Anschi haben uns alles abverlangt. In der zweiten Hälfte sind wir dann massiv unter Druck geraten. Da konnten wir nicht mehr so dagegenhalten, wie wir uns das vorgenommen hatten", sagte Slomka.

Abwehr nur zu Beginn ordentlich

Für die Niedersachsen war es nach einem Leistungseinbruch die erste Niederlage in Europa in dieser Saison.

Im riesigen Moskauer Luschniki-Stadion musste 96 im 25. Europa-League-Spiel der Klub-Geschichte vor lediglich rund 7000 Fans erstmals auf Kunstrasen antreten.

Auf dem ungewohnten Untergrund stand die zuletzt wacklige 96-Abwehr zunächst kompakt und sicher. Nach Balleroberungen versuchten die Niedersachsen immer wieder schnell vor das Tor von Anschi zu kommen.

In der 22. Minute legte Mame Diouf dann nach einem langen Pass mustergültig auf Huszti ab und der Ungar hämmerte den Ball aus 16 Metern über die Linie.

Eto'o gleicht aus

Doch nach dem Führungstor verloren die bis dahin souveränen Hannoveraner die Kontrolle über das Spiel.

Anschis Offensive um Eto'o, der sich nach überstandenen Rückenproblemen fit meldete, war die mangelnde Spielpraxis nicht mehr anzumerken.

Die "Adler", die ihr bisher letztes Pflichtspiel vor zwei Monaten bestritten hatten, intensivierten nach dem Gegentreffer ihre Bemühungen und kamen folgerichtig zum Ausgleich durch Eto'o.

Der Kameruner hatte nach einer guten Kombination keine Probleme, aus kurzer Distanz einzuschieben.

[kaltura id="0_9o4a2roy" class="full_size" title="Zwischenrunden Fehlstart Die Reaktionen"]

Schiri hilft Hannover

Hannover wirkte in der Folge geschockt, hatte aber zunächst Glück, dass das Team von Trainer Guus Hiddink weitere gute Chancen liegen ließ.

96 bekam Willian und Eto'o kaum in den Griff.

Zudem gab Schiedsrichter Marijo Strahonja (Kroatien) ein Abseitstor nicht und verweigerte den Russen einen Elfmeter nach einem Foul an Eto'o (41.).

Zieler hält Elfmeter

Kurz nach Wiederanpfiff erwischte Ahmedow die konfus wirkende 96-Abwehr dann eiskalt. Juri Schirkow bediente den freistehenden Mittelfeldspieler, der den Ball ins lange Eck drückte.

Zehn Minuten später verschoss Eto'o einen ganz schwach getretenen Elfmeter, nachdem er selbst gefoult worden war.

In der 64. Minute schloss Boussoufa einen tollen Konter dann zum vorentscheidenden 3:1 ab.

Zwei Großchancen

In der Schlussphase drängte Hannover auf den zweiten Treffer und hatte durch Mohamed Abdellaoue (74.) und Artur Sobiech (87.) zwei Riesenchancen.

Die beiden eingewechselten Stürmer vergaben aber kläglich.

Weil die UEFA dem eigentlich am Kaspischen Meer beheimateten Verein die Austragung von Europa-League-Heimspielen in der Unruheprovinz Dagestan im Nordkaukasus untersagt hat, weicht Machatschkala im Europapokal auf die rund 1600 Kilometer entfernte russische Hauptstadt aus.

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