Borussia Mönchengladbach gewann zweimal den UEFA-Cup © getty

Die Borussia empfängt Lazio, Bayer Benfica. Hannover kämpft gegen Machatschkala um das Achtelfinale. Stuttgart hofft auf Aufbauhilfe.

München - Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen freuen sich auf einen Festtag, der VfB Stuttgart hofft auf europäische Aufbauhilfe, und Hannover 96 trifft auf den Klub der Neureichen:

Das Bundesliga-Quartett geht mit unterschiedlichen Erwartungen in die Zwischenrunden-Hinspiele der Europa League.

Gladbach trifft am Donnerstag (ab 20.50 Uhr im LIVE-TICKER) auf den zweimaligen italienischen Meister Lazio Rom, bedauert aber den Ausfall von Miroslav Klose.

Der Nationalstürmer fehlt aufgrund eines Außenband-Teilabrisses im rechten Knie. (DATENCENTER: Die Europa League)

"Ich hätte lieber gehabt, dass er dabei ist. Im Vorfeld war überall zu lesen, dass Klose ein Schlüsselspieler sei. Wir dürfen nicht den Fehler machen, das Spiel jetzt auf die leichte Schulter zu nehmen, nur weil er nicht dabei ist", sagte Vizepräsident Rainer Bonhof.

Dominguez: Risiko gering halten

Alvaro Dominguez kennt die Erfolgsformel gegen Lazio.

Der Innenverteidiger schaltete im vergangenen Jahr auf dem Weg zum Triumph in der Europa League mit Atletico Madrid in der Zwischenrunde die Römer aus.

"Unser Ziel ist es, zu null zu spielen. Wir müssen wissen, wann wir ein Risiko eingehen können. Es ist so eine Partie, bei dem wir das Risiko gering halten müssen. Es wäre in jedem Fall gut, das Hinspiel mit einem 1:0 oder vielleicht sogar nur einem 0:0 zu beenden", sagte der Spanier vor dem Duell im Borussia-Park.

Bayer will Revanche

Bayer Leverkusen trifft am Donnerstag (ab 18.50 Uhr im LIVE-TICKER) ebenfalls auf einen namhaften Gegner.

Die Werkself erwartet den portugiesischen Rekordmeister Benfica Lissabon und will Revanche nehmen.

Bei einem unvergessenen Torfestival vor 19 Jahren schied Bayer gegen Benfica im Viertelfinale des Europacups der Pokalsieger aus.

4:4 endete das Rückspiel in Leverkusen nach einem 1:1 im ersten Vergleich.

"Dramatik pur - leider mit dem Ausscheiden unserer Mannschaft", erinnerte sich Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser.

Völler: "Ganz schwerer Brocken"

Sportchef Rudi Völler spricht von einem "ganz schweren Brocken", der nur in Topverfassung ausgeschaltet werden kann.

In der Bundesliga belohnte sich der Tabellendritte in den vergangenen beiden Spielen gegen Dortmund (2:3) und in Gladbach (3:3) nicht - trotz guten Spiels.

"Benfica ist ein richtig hartes Los, technisch und spieltaktisch stark", betonte Abwehrspieler Ömer Toprak, "wir dürften am besten im Hinspiel kein Gegentor kassieren."

Eine Torflut wie am 15. März 1994 soll es diesmal jedenfalls nicht geben.

VfB will zurück in die Erfolgsspur

Die in der Liga kriselnden Stuttgarter wollen am Donnerstag (ab 20.50 Uhr im LIVE-TICKER) gegen den KRC Genk nach fünf Niederlagen in der Bundesliga wieder in die Erfolgsspur finden.

"Wir können einiges gutmachen und uns in diesem Spiel das Selbstvertrauen erarbeiten, das wir brauchen. Wir können ja nicht alles verlernt haben", sagte Torwart Sven Ulreich.

Aber ob ein Sieg gegen Genk ein gutes Omen wäre?

Labbadia will nicht draufhauen

Nach den bisherigen drei Erfolgen in der Europa League gegen Moskau (2:0), Kopenhagen (2:0) und Bukarest (5:1) folgten in der Bundesliga gegen Wolfsburg (0:1), Hannover (2:4) und Freiburg (0:3) drei Pleiten.

Einmal mehr ist deshalb Trainer Bruno Labbadia vor der Partie gegen Genk, das vor allem auf Torjäger Jelle Vossen (16 Ligatore) setzt, als Krisenmanager gefragt.

Vor dem ersten internationalen Auftritt in diesem Jahr wollte der 47-Jährige jedoch "nicht draufhauen, das bringt jetzt nichts. Wir sind in einer Phase, in der uns Kleinigkeiten zurückwerfen. Uns fehlen Leute, die in die Bresche springen. Jetzt wird es wieder ein Kraftakt", sagte er.

96 gegen Eto'o

Ein solcher dürfte auch Hannover 96 im Gastspiel am Donnerstag (ab 17.50 Uhr im LIVE-TICKER) in Moskau bei Anschi Machatschkala bevorstehen.

Der milliardenschwere Klubboss Suleiman Kerimow pumpt unaufhörlich Millionen in den eigentlich am Kaspischen Meer beheimateten Verein.

Torjäger Samuel Eto'o kassiert 20 Millionen Euro netto pro Jahr, bei Trainer Guus Hiddink fließt jeden Monat immerhin eine Million Euro aufs Konto.

Anschi noch in der Winterpause

Beim 96-Flug gab es am Mittwoch dennoch viel Optimismus an Bord, denn eigentlich herrscht in Russland Winterpause und der hochbezahlten Startruppe aus der Provinz fehlt die Spielpraxis.

"Auf dem Papier sind wir schon der Außenseiter, aber es ist mit Sicherheit ein kleiner Vorteil für uns, dass wir schon im normalen Ligabetrieb sind", glaubt 96-Kapitän Jan Schlaudraff.

An den ungewohnten Kunstrasen, der im Luschniki-Stadion wartet, tastete man sich bereits beim Abschlusstraining in Hannover heran.

Bei dieser Übungseinheit war Torjäger Mame Diouf nur Zuschauer. Der Senegalese wurde wegen muskulärer Probleme geschont, dennoch hofft man bei den Norddeutschen auf seinen Einsatz.

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