Die Polizei verhindert einen Platzsturm der Fenerbahce-Anhänger in Marseille © getty

In Rom wird ein Fan schwer verletzt, im Stadion erklingen antisemitische Gesänge. In Marseille stürmen Fans Richtung Rasen.

Marseille - Randale in Marseille, rechte Parolen in Rom:

Die Europa-League ist am Donnerstag zur Bühne der Chaoten geworden. Beim 0:0 gegen Tottenham Hotspur sorgten Anhänger vom Miroslav-Klose-Klub Lazio Rom für einen Eklat. (DATENCENTER: Europa League)

Die als rechtslastig bekannten Lazio-Anhänger entrollten ein Spruchband mit der Aufschrift "Free Palestine" und sangen in deutscher Sprache "Juden Tottenham".

Bengalos und Handgreiflichkeiten

Beim 1:0 von Fenerbahce Istanbul bei Olympique Marseille randalierten türkische Fans und versuchten, den Rasen zu stürmen. ( 642599 DIASHOW: 5. Spieltag )

Die Türken zündeten zudem Bengalos und lieferten sich Handgreiflichkeiten mit Ordnungskräften.

Sondereinsatzkräfte der Polizei wurden zur Verstärkung gerufen, um die Randalierer in den Griff zu bekommen. Drei Personen wurden festgenommen.

Hooligans festgenommen

Derweil forderte der englische Fußball-Verband FA die UEFA in der Causa Tottenham am Freitag zu einer Untersuchung auf.

"Wir sind betrübt und alarmiert über die Ausschreitungen und Gesänge", sagte ein FA-Sprecher. Vor der Begegnung waren Spurs-Anhänger in einem Lokal angegriffen worden. (NEWS: Spurs-Fans attackiert)

Die Polizei nahm zwei Hooligans des Erstligisten AS Rom fest, italienische Medien spekulieren über Absprache zwischen Anhängern der eigentlich rivalisierenden Klubs Lazio und AS.

Den festgenommen Rowdys wird versuchter Mord vorgeworfen. Ermittlungen laufen gegen insgesamt 15 Personen.

Die Polizei geht davon aus, dass der Angriff seit längerer Zeit geplant war und ebenfalls einen antisemitischen Hintergrund hat.

Verletzter Fan notoperiert

Die Ermittler berichteten, dass die Rowdys gezielt auf die Tottenham-Anhänger in einem Lokal auf dem Platz Campo dei Fiori losgegangen seien.

Dabei wurden zehn Fans verletzt, ein Engländer musste mit schweren Stichwunden notoperiert werden. Die Operation sei aber gut verlaufen, berichteten die Ärzte des römischen Krankenhauses San Camillo Forlanini.

In einer ersten Reaktion auf den Vorfall wies Lazio die Vermutung, es habe sich bei den Angreifern um Lazio-Fans gehandelt, als grundlos zurück.

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