Mirko Slomkas Vertrag bei Hannover 96 läuft am Saisonende aus © getty

Hannover muss nicht einmal 43 Stunden nach dem Twente-Spiel beim Rekordmeister antreten. 96 macht trotzdem Kampfansagen.

Hannover - Die Fahrrad-Ergometer standen bereit, die speziellen Energiedrinks waren fertig gemixt - für eine extra schnelle Regeneration wurde bei Hannover 96 die Umkleidekabine flugs in ein Fitness-Studio verwandelt.

Nur Minuten nach der Nullnummer in der Europa League gegen Twente Enschede und nicht einmal 43 Stunden vor dem Gastspiel bei Bayern München (Sa., ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) avancierte das geflügelte Wort von Sepp Herberger ("Nach dem Spiel ist vor dem Spiel") zum ehernen Gesetz an der Leine. (DATENCENTER: Europa League)

"Zwei Spiele in zwei Tagen sind crazy, das habe ich noch nie erlebt. Aber am Samstag um gibt es für uns keine Ausrede", sagte Mannschaftskapitän und 96-Urgestein Steven Cherundolo.

Vorhaltungen, man habe sich beim müden Kick gegen die Niederländer geschont, wies er vehement zurück: "90 Minuten sind 90 Minuten, das war nicht wirklich ausruhen. Trotzdem wollen wir in München mitnehmen, was geht." ( 642599 DIASHOW: 5. Spieltag )

Kind: "Müssen Mehrbelastung verkraften"

Klub-Boss Martin Kind will keine Entschuldigungen gelten lassen. "Die kurze Pause zu beklagen macht keinen Sinn", sagte Kind im Interview mit SPORT1:

"Wir wollen international spielen, dann müssen wir die Mehrbelastung auch körperlich verkraften. Bayern München ist in einer ähnlichen Situation, auch wenn sie früher gespielt haben."

Dass die Niedersachsen gegen Twente physisch und psychisch erneut nicht frisch wirkten, dürfte auch Trainer Mirko Slomka nicht entgangen sein.

Doch der Coach machte gute Miene zum langweiligen Spiel und hofft auf eine schnelle Regeneration seiner Schützlinge: "Die Jungs brauchen jetzt viel Schlaf und, ja, bei der Vorbereitung fehlen uns ein paar Stunden. Aber das geht schon."

[kaltura id="0_51dtxux0" class="full_size" title=""Wir müssen optimal regenerieren""]

Slomka lässt rotieren

Wohl bereits mit Blick auf das Duell in München ließ Trainer Mirko Slomka in der Europa League, in der 96 bereits vor der Partie gegen Twente als Teilnehmer der K.o.-Runde feststand, kräftig rotieren und brachte fünf neue Spieler.

Um seiner Mannschaft wieder frische Kräfte zu verleihen, kündigte er für die Partie beim FC Bayern bereits an: "Da werden ein paar andere Spieler auf dem Platz stehen."

Mit dem gegen Enschede geschonten Mame Diouf und den für diese Partie gesperrten Lars Stindl kann Slomka sogar zwei komplett ausgeruhte Stammspieler aufs Spielfeld schicken.

"Voller Mut" reise man nun nach München und versuche "dort alles zu geben", sagte auch Mario Eggimann gegenüber SPORT1: "Einige Mannschaften haben schon gezeigt, dass man sie besiegen kann."

Zieler hofft auf Überraschung

Auch Torhüter Ron-Robert Zieler kündigte an, "diese Herausforderung annehmen" zu wollen. "Vielleicht können wir ja für eine Überraschung sorgen."

Keine Überraschung wäre in der Europa League das Erreichen der Zwischenrunde als Gruppen-Erster. Dafür genügt dem alten und neuen Tabellenführer am 6. Dezember ein Unentschieden beim Verfolger UD Levante.

Rang eins würde sich finanziell und sportlich lohnen: Die UEFA zahlt 400.000 Euro statt 200.000 Euro für das Weiterkommen aus, zudem geht man bei der Auslosung den vier bestplatzierten Gruppen-Dritten aus der Champions-League aus dem Wege.

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