William Kvist (r.) ist bislang noch ohne Bundesliga-Tor für den VfB Stuttgart © getty

Vor der Partie bei Ex-Klub Kopenhagen spricht Stuttgarts William Kvist über den Gegner und seinen Platz im Team.

Von Thorsten Langenbahn

München - Er ist das Herz der Stuttgarter Defensive:

William Kvist hält als Sechser das Abwehr-Zentrum des VfB zusammen.

Wenn der 27-Jährige am Abend zum FC Kopenhagen ins Nationalstadion Parken zurückkehrt (ab 18.45 Uhr im LIVE-TICKER), ist das für ihn ebenfalls eine Herzensangelegenheit.

Von seinem achten Lebensjahr an spielte er beim FC Kopenhagen, war zuletzt Kapitän beim fünfmaligen dänischen Meister, ehe er 2011 für 3,3 Millionen Euro zu Stuttgart wechselte.

Keine Sentimentalitäten erlaubt

Auf dem Platz kann sich Kvist aber keine Sentimentalitäten erlauben, sein Team ist in der Gruppe E der Europa League unter Zugzwang, nachdem es in den ersten drei Partien nur zwei Punkte gab (DATENCENTER: Europa League).

Im SPORT1-Interview spricht Kvist über den guten Lauf des VfB, seine emotionale Rückkehr nach Kopenhagen und die Stärken seiner Landsleute.

SPORT1: Herr Kvist, war das 0:0 beim BVB als Champions-League-Teilnehmer eine gute Generalprobe für Kopenhagen?

Kvist: Der FC Kopenhagen ist mindestens so gut wie Dortmund (lacht). Spaß beiseite. Natürlich ist es eine gute Probe gewesen. So ein Spiel wie gegen Reus, Götze oder Lewandowski, das ist immer schön.

SPORT1: Sie haben jahrelang beim FC Kopenhagen gespielt. Wie schätzen Sie die aktuelle Mannschaft ein?

Kvist: Man hat schon beim 0:0 in Stuttgart gesehen, dass sie eine ordentliche Mannschaft mit einem guten Konzept und einer guten Mentalität haben. Sie sind es gewohnt, zu gewinnen. Sie haben gute Spieler, keine großen Individualisten, aber als Mannschaft machen sie es sehr gut. Im Parken wird es ein anderes Spiel als in Stuttgart. Als ich noch in Kopenhagen war, haben wir zu Hause immer mehr Druck gemacht als auswärts.

SPORT1: Verspüren Sie auch Druck, angesichts von mageren zwei Punkten aus drei Spielen in der Gruppe E?

Kvist: Ja, klar. Wir müssen die nächsten drei Spiele fast alle gewinnen, um weiterzukommen. Wir haben uns selbst unter Druck gesetzt. So ist es leider mit zwei Punkten. Aber wir sind eine bessere Mannschaft als die drei anderen - das müssen wir auch zeigen. Ich hoffe, dass wir auch nach Weihnachten noch in der Europa League spielen. Wir können das schaffen.

SPORT1: Was muss dafür spielerisch noch besser funktionieren?

Kvist: Ich hoffe einfach, dass wir unseren Lauf aus der Bundesliga mit in die Europa League nehmen. Auch wenn die Atmosphäre nicht so sein wird wie in Dortmund und weniger Zuschauer da sind, müssen wir es besser machen und noch fünf Prozent mehr bringen.

SPORT1: Haben Sie bei Ihrer Rückkehr nach Kopenhagen auch die Möglichkeit, Freunde und Familie zu treffen?

Kvist: Ja, klar. Das wird ein Spaß. Vielleicht ist im Hotel Zeit für eine Tasse Kaffee. Das ist ein besonderes Spiel für mich, sehr emotional. Es war schon in Stuttgart sehr schön, Kopenhagen zu Besuch zu haben.

SPORT1: Sie spielen im defensiven Mittelfeld vor allem die Rolle des Abräumers. Wünschen Sie sich manchmal mehr Offensivdrang?

Kvist: Nein. Das ist mein Platz, da bin ich gut. Momentan habe ich Gent und Rapha (Christian Gentner und Raphael Holzhauser, d. Red.) vor mir. Die machen es offensiv sehr gut. Wenn die beiden gehen, dann muss ich bleiben - so ist das eben. Meine Chancen bekomme ich erst recht nicht gegen so einen guten Gegner wie zuletzt Dortmund - da muss ich noch ein bisschen mehr hinten bleiben.

SPORT1: Was ist für den VfB in dieser Saison noch möglich?

Kvist: Wir müssen auf unsere Leistung gucken, nicht nur auf die Ergebnisse. Das ist wichtig für eine stabile Saison. Wenn wir so kompakt stehen, gewinnen wir mehr Bälle und spielen gut nach vorne. Das funktioniert richtig gut im Moment. Wenn wir so weitermachen, können wir eine richtig gute Saison spielen. Aber wenn wir nur zwei Prozent weniger machen, wird es schwer.

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