Deutschland unterstützt die Gastgeber der EM bei der Sicherheit und schickt auf Bitten der Ausrichter 30 Polizeibeamte zur Endrunde (8. Juni bis 1. Juli). Zwölf von ihnen werden ihren Dienst in Polen verrichten, 18 in der Ukraine.

"Die Beamten werden einerseits als Kontaktleute für die Behörden vor Ort, andererseits aber auch als szenekundige Ansprechpartner für die Fans tätig", sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich.

Die deutschen Beamten werden bei ihren EM-Auftritten allerdings keine Waffen tragen und somit vor allem auch in der polnischen Bevölkerung keine unnötigen Erinnerungen an Kriegserlebnisse schüren. Die Einsatzkräfte müssten ohne "hoheitliche Befugnisse" auskommen, betonte Friedrich: "Das bleibt den polnischen und ukrainischen Behörden vorbehalten."

Schon lange Zeit vor der EM habe Deutschland damit begonnen, den polnischen und ukrainischen Kollegen Erfahrungen mit sportlichen Großveranstaltungen zur Verfügung zu stellen. "Auch damit diese das Hooligan-Problem in den Griff bekommen", betonte der CSU-Politiker.

Die Kooperation im Vorfeld mit beiden Gastgeber-Ländern sei "hervorragend" gewesen. "Wir hatten den Eindruck, dass dort alles für die Sicherheit getan wurde und wird", so Friedrich.

Sportlich drückt der Bayern-Fan Friedrich der deutschen Mannschaft die Daumen. Es werde mal wieder Zeit, dass Deutschland ein Endspiel gewinnt, so Friedrich. Zwar würde man das vor jedem Turnier hoffen, "aber dieses Mal wäre es eben auch Balsam auf die geschundenen Seelen der Bayern-Fans", sagte Friedrich und erinnerte an die bitteren Finalniederlagen des Rekordmeisters in jüngster Zeit.

Für Deutschland wäre ein EM-Triumph von großer Bedeutung. "Der Erfolg bei so einem Turnier bringt immer eine gute Stimmung, in jedem Land", meinte der Franke. Aber entscheidender sei, wie sich die deutsche Mannschaft in Polen und der Ukraine präsentiere und wie sich ihre Auftritte auf die Emotionen der Fans vor Ort und beim Public-Viewing in Deutschland übertragen werden. "2006 hat man gesehen, dass auch der Dritte 'Weltmeister der Herzen' werden kann", sagte der Politiker.

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