Italiens Nationaltorhüter Gianluigi Buffon hat die spektakulären Durchsuchungen im EM-Trainingslager der Squadra Azzurra heftig kritisiert.

"Es gibt Razzien, von denen die Medien schon drei bis vier Monate vorher berichten. Ein Spieler wird von den Ermittlern befragt und die Journalisten kennen den Inhalt schon nach zehn Minuten. Das ist eine Schande. Bei der Durchsuchung des Trainingslagers in Coverciano am Montag standen die TV-Kameras schon seit sechs Uhr früh bereit, um die Razzia aufzunehmen", sagte der Torkeeper.

Auf die Frage, ob er von den ermittelnden Staatsanwälten befragt werden soll, antwortete Buffon: "Der Betroffene ist immer der letzte, der so etwas erfährt."

"Ich vertraue der Justiz. Es gibt nichts Schlimmeres, als mit dem Leben der Menschen zu spielen", erklärte der Torhüter.

Seiner Ansicht nach sei der Wett- und Manipulationsskandal, der seit Monaten Italiens Calcio erschüttert, viel schlimmer als die Affäre, die 2006 ausgebrochen war. "Heute ist die ganze Fußballbewegung betroffen, damals nur einige Klubs", betonte der Kicker.

Kritik übte Buffon auch am italienischen Premier Mario Monti, der sich wegen der Affäre für einen dreijährigen Meisterschaftsstopps ausgesprochen hatte.

"85 Prozent der ehrlichen Spieler wären arbeitslos. Ich würde vielleicht noch anderswo arbeiten, aber viele Kollegen nicht", sagte Buffon.

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