Der spanische Welttorhüter Iker Casillas fürchtet auf dem angestrebten Weg zur Titelverteidigung bei der EM in Polen und der Ukraine zwei Gegner besonders: Übermut und Lobhudelei.

"Jetzt gehen alle von der Titelverteidigung aus. Wir Spieler müssen aufpassen, dass wir mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben und jedes Spiel als eine Schlacht verstehen", sagte der 31-jährige Casillas von Real Madrid der "Sport Bild".

Zu viel Selbstvertrauen könne schließlich auch "gefährlich" sein und die Spanier ausbremsen. Zu viel Schwärmereien von Medien, Experten und Gegnern ist Casillas offenbar ein Dorn im Auge. "Ich sage immer: 'Lob schwächt!' Wir müssen vorsichtig sein", erklärte der Weltmeister, "jeder will uns schlagen. Daher müssen wir in das Turnier gehen, als wäre es unsere allererste Endrunde überhaupt." Man müsse den WM- und EM-Titel "vergessen" und wieder "bei Null" anfangen.

Der deutschen Mannschaft attestierte Casillas im Vergleich zu den vergangenen beiden Großturnieren, bei denen die DFB-Elf jeweils an Spanien gescheitert war, eine Qualitätssteigerung. "Deutschland ist noch stärker geworden. Schon bei der letzten WM rückten viele junge Spieler in den Vordergrund, die weitere Fortschritte gemacht haben, und es sind noch einige andere junge Spieler dazugekommen", meinte der zweimalige Champions-League-Gewinner Casillas.

Lobende Worte hat der Weltklasse-Schlussmann auch für seinen Vereinskollegen Mesut Özil parat. "Dieser Junge ist ganz einfach phänomenal. Ich bin sicher, dass er einer der besten Spieler wird, die jemals für Real gespielt haben. Man wird noch sehr lange von ihm reden", sagte Casillas über den deutschen Nationalspieler.

Weiterlesen