DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat die Aufstockung der Endrunde der Europameisterschaft von bislang 16 auf künftig 24 Mannschaften erneut kritisiert.

"Ich bin kein großer Freund von 24 Mannschaften", sagte Niersbach im Gespräch mit der "Westdeutschen Zeitung" und der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

"Die Qualifikation wird an Spannung erheblich verlieren. Und im Turnier selbst muss man nach einem Modus spielen, bei dem man eine Logarithmentafel braucht, um feststellen zu können, wer denn nun die besten Gruppendritten sind. " Mit 24 Mannschaften wird ab der EM 2016 in Frankreich gespielt.

Im Hinblick auf die Endrunde in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) erneuerte Niersbach seine Argumente gegen einen Boykott.

Er sei geprägt von der Debatte 1980, als die westliche Welt Olympia in Moskau boykottiert habe.

"Das hat politisch nichts gebracht, eher im Gegenteil", sagte Niersbach. Er sei sehr froh, dass sich seine Meinung mit jener der Bundesregierung decke, "ich würde diese grundsätzliche Haltung aber auch dann einnehmen, wenn es an führender Stelle eine andere Auffassung geben würde."

Angesichts der Ausschreitungen im Fußball unterstrich Niersbach seine Haltung zur Pyrotechnik.

"Es wird keinen Kompromiss geben. Pyrotechnik ist gefährlich, dafür gibt es keinen Platz in unseren Stadien. Von Pyrotechnik geht eine große Gefahr aus und sie ist mit unserer Verantwortung, jedem Zuschauer ein friedliches Stadion-Erlebnis gewähren zu wollen, nicht zu vereinbaren."

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