Aus Angst vor rassistisch motivierten Übergriffen hat auch die Familie des dunkelhäutigen englischen Nationalspielers Alex Oxklade-Chamberlain ihre geplante Reise zur EM in Polen und der Ukraine vorerst abgesagt.

Es habe in den vergangenen Wochen Berichte über rassistische Schmähungen und Drohungen in der Ukraine gegeben, "also ist es wohl klug, dort wegzubleiben", sagte Alex' Vater Mark Chamberlain, der selbst achtmal in der englischen Nationalmannschaft zum Einsatz kam, dem englischen Sender "Sky".

In der vergangenen Woche hatten bereits die Angehörigen des dunkelhäutigen englischen Nationalspielers Theo Walcott erklärt, sie würden nach den Warnungen der britischen Regierung auf die Reise in die Ukraine verzichten.

Walcott und Oxlade-Chamberlain spielen beim FC Arsenal. Die englische Nationalmannschaft bestreitet ihre Vorrundenspiele bei der EM-Endrunde gegen die Mannschaften aus Frankreich, Schweden sowie von Co-Gastgeber Ukraine in den ukrainischen Städten Donezk und Kiew.

Das britische Außenministerium hatte in einem Hinweis an englische Fans erklärt, in der Vergangenheit seien ausländische Besucher in Kiew und anderen ukrainischen Städten Opfer von Gewaltverbrechen geworden.

"In einigen Fällen", schrieb das Ministerium, "sind die Angriffe rassistisch motiviert gewesen. Reisende asiatischer oder afro-karibischer Herkunft und Personen, die religösen Minderheiten angehören, sollen zusätzliche Vorsicht walten lassen."

Der ebenfalls dunkelhäutige englische Nationalspieler Joleon Lescott hatte bereits vor Bekanntgabe der Reisewarnungen erklärt, seine Familie werde nicht in die Ukraine reisen - auf Grund der langen und kostspieligen Reisen zwischen den Städten.

Er räumte aber ein, er empfinde es als beunruhigend, "so viele negative Berichte" über den wahrscheinlichen Empfang schwarzer Spieler und ihrer Familien zu lesen.

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