In ungewohnt scharfer Form hat UEFA-Präsident Michel Platini auf die Kritik von Philipp Lahm an der politischen Zurückhaltung seines Verbands reagiert.

Auf die Aufforderung des DFB-Kapitäns, dass er in Bezug auf die Menschenrechtssituation im EM-Gastgeberland Ukraine "Position beziehen sollte", antwortete Platini nunim "dpa"-Interview: "Er kann sagen, was er will. Das ist mir egal. Herr Lahm ist nicht mein Chef. Er hat von mir nichts zu fordern. Er ist Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, nicht Kapitän der UEFA."

Jeder habe "sein Aufgabengebiet auszufüllen", so Platini: "Ich mache keine Politik, ich mache Fußball. Wenn ich Politik machen wollte, dann würde ich in die Politik gehen."

Bayern-Kapitän Lahm hatte vor einigen Wochen im "Spiegel" festgehalten: "Meine Ansichten zu demokratischen Grundrechten, zu Menschenrechten, zu Fragen wie persönlicher Freiheit oder Pressefreiheit finde ich in der derzeitigen politischen Situation in der Ukraine nicht wieder. Wenn ich sehe, wie das Regime Julia Timoschenko behandelt, dann hat das nichts mit meinen Vorstellungen von Demokratie zu tun."

Weiterlesen