Der verletzte spanische Weltmeister Carles Puyol macht sich keine Hoffnung mehr auf eine Teilnahme an der EM in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli).

"Ich glaube, es wird unmöglich sein, denn nach der Operation kommt auch noch die Reha. Ich denke, die Spieler, die in besserer Verfassung sind, sollten hinfahren", sagte der Abwehrspieler vom FC Barcelona während einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Der 34 Jahre alte Routinier wird sich am kommenden Samstag einer Arthroskopie unterziehen und rechnet mit einer Pause von bis zu sechs Wochen. Spanien trifft in seinem ersten EM-Gruppenspiel am 10. Juni auf Italien.

Ein Karriereende oder einen Rücktritt aus der Nationalmannschaft schloss Puyol aus. "Mein Plan sieht vor, dass ich noch viele Jahre weiterspiele. Trotzdem muss ich von Saison zu Saison blicken", sagte der 99-malige Nationalspieler, der aber betonte: "Ich will auf dem Rasen zurücktreten, nicht im Operationssaal."

Nationaltrainer Vicente del Bosque hatte die Absage Puyols, der bei der WM 2010 in Südafrika im Halbfinale gegen Deutschland den Siegtreffer zum 1:0 erzielte, hart getroffen.

"Das durchkreuzt meine EM-Pläne. Das ist ein bitterer Ausfall für uns. Carles war zuletzt so gut drauf", sagte del Bosque, der am 29. Mai seinen 23-köpfigen EM-Kader benennen muss.

Auch das Comeback von Torjäger David Villa nach dessen im Dezember erlittenen Schienbeinbruch ist weiter fraglich. Damit werden dem Mitfavoriten Spanien bei den kontinentalen Meisterschaften möglicherweise gleich zwei Barca-Stars fehlen.

Puyol (99 Länderspiele/3 Tore) hatte bereits in der Ligapartie am Wochenende gegen Espanyol Barcelona (4:0) Schmerzen im Knie verspürt.

Doch der "Tiburon" (Haifisch), wie der Leithammel wegen seiner bissigen Spielweise genannt wird, hielt bis zum Ende durch. In den letzten Tagen wurden die Beschwerden beim dreimaligen Champions-League-Sieger allerdings schlimmer.

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