Co-Gastgeber Polen hat sich sechs Wochen vor dem Eröffnungsspiel der Fußball-Europameisterschaft (8. Juni bis 1. Juli) mit drastischen Worten in die Diskussion um die Menschenrechtssituation in der Ukraine eingeschaltet.

Ministerpräsident Donald Tusk warnte den Mitausrichter, der Ruf der Ukraine werde "gewaltigen Schaden nehmen", sollte sich die Lage der inhaftierten und schwer erkrankten Oppositionellen Julija Timoschenko nicht bessern.

Allerdings erklärte Tusk, er halte nichts von Forderungen nach einem sportlichen Boykott der Endrunde.

Die frühere Regierungschefin Timoschenko, die an Bandscheibenproblemen leidet, verbüßt eine siebenjährige Haftstrafe wegen Amtsmissbrauchs. Die Europäische Union kritisiert ihre Haft als politisch motiviert.

Aus Protest gegen ihre Haftbedingungen befindet sich Timoschenko im Hungerstreik. Einige deutsche Politiker wollen aus Protest gegen den Umgang mit Timoschenko auf die Reise zu EM-Spielen in der Ukraine verzichten, die Kanzlerin Angela Merkel will erst kurz vor Turnierbeginn entscheiden.

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