Michael Vesper hat sich als Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) klar gegen einen Boykott der Fußball-EM in der Ukraine ausgesprochen.

"Ein Sportboykott würde nichts bringen und würde auch die Menschen in der Ukraine bestrafen, die sich auf die Europameisterschaft freuen", meinte der Chef de Mission der deutschen Olympiamannschaft in London in einem "Phoenix"-Interview.

Zwar sei der Sport eine Kommunikationsplattform, weil er den Scheinwerfer auf das Land richte, in dem solche Ereignisse stattfinden. "Aber der Sport kann nicht Instrument der Politik sein. Und dem Sport kann man nicht Aufgaben aufbürden, die die Politik nicht gebacken kriegt."

Darum sprach sich Vesper dafür aus, dass auch die Sportverantwortlichen die Menschenrechtsverletzungen und die Behandlung der inhaftierten und schwer erkrankten Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko kritisieren. "Es wäre aber falsch, daraus die Konsequenz zu ziehen und dort nicht anzutreten. Dann würde man meines Erachtens diese Diskussion beenden."

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