Seit 2006 erzielte Franck Ribery in 56 Länderspielen sieben Tore © getty

Franck Ribery ist der Matchwinner bei Frankreichs Sieg über Island. Der Bayern-Star erzielt den zwischenzeitlichen Ausgleich.

München/Valenciennes - Ein kurzer Fingerzeig in Richtung Passgeber Oliver Giroud und eine Jubelpose mit stolz geschwellter Brust:

Franck Ribery genoss sichtlich seinen Treffer (85.) beim 3:2-Sieg von Frankreich im EM-Test in Valenciennes gegen Island (Video) (DATENCENTER: Der EM-Spielplan), denn der 29-Jährige von Bayern München beendete den seit über drei Jahren andauernden Torfluch im Dress der Equipe Tricolore. (SERVICE: Der EM-Rechner)

Am 1. April 2009 hatte der Offensivspieler den 1:0-Erfolg gegen Litauen unter Dach und Fach gebracht.

"Ich freue mich für Franck. Er erzielte einen Treffer, der wichtig für ihn ist. Dieses Tor könnte den Knoten bei ihm platzen lassen", lobte Nationaltrainer Laurent Blanc das Bayern-Ass, das in der 75. Minute eingewechselt worden war.

Acht Tage nach der bitteren Champions-League-Niederlage mit dem FC Bayern in München gegen den FC Chelsea war Ribery sehr spielfreudig und setzte in der kurzen Zeit viele Offensivakzente. (GAMES: Das EM-Tippspiel)

Doppelpass mit Giroud

Herrlich sein Doppelpass vor seinem Tor zum 2:2 mit Montpelliers Giroud, an dem lange Zeit auch die Bayern Interesse gezeigt hatten. Dann ließ Ribery mit einem Lob dem isländischen Torwart Hannes Halldorsson keine Abwehrchance.

Giroud war dann auch Wegbereiter zum Siegtreffer, als er Adil Rami (87.) mustergültig per Kopf bediente.

Mathieu Debuchy (52.) hatte das zwischenzeitliche 1:2 für den Weltmeister von 1998 und Europameister von 1984 sowie 2000, der seit 19 Spielen ungeschlagen ist, erzielt.

Die zwei Treffer in der Schlussphase bewahrten die Franzosen vor der ersten Niederlage seit September 2010 (0:1 gegen Weißrussland).

[kaltura id="0_i1de3rfr" class="full_size" title="Joker Ribery dreht das Spiel"]

"Wir haben sehr schlecht verteidigt"

Nachdenklich hatte Blanc die schwache Vorstellung in der ersten Hälfte gestimmt. "Wir haben sehr schlecht verteidigt", äußerte der Coach, dessen Team durch Tore von Teddy Bjarnason (28.) und Kolbeinn Sigthorsson (34.) 0:2 in Rückstand gelegen hatte.

Die Gäste aus dem hohen Norden, Nummer 131 der FIFA-Weltrangliste, nutzten rigoros die Schwächen der Hausherren.

Besser wurde es in den zweiten 45 Minuten und vor allem nach der Hereinnahme von Ribery.

Giroud nicht zum FC Bayern

Der Bayern-Star harmonierte glänzend mit Giroud, der nach der Verpflichtung von Claudio Pizarro durch die Münchner für die kommende Saison wohl keine Rolle mehr in den Personalplanungen des deutschen Rekordmeisters spielt.

Ein Offensivgespann Ribery/Giroud wird es beim FC Bayern wohl nicht geben.

Energieleistung in Schlussphase

Derweil war der Trainer nach dem knappen Erfolg aufgrund der Energieleistung in der Schlussphase zufrieden.

"So ein Sieg gibt Selbstvertrauen", resümierte Blanc, "eine Menge Mannschaften haben ihren ersten EM-Test vergeigt. Auch wir sind noch nicht bereit für das erste EM-Spiel am 11. Juni. Vor allem physisch fehlt noch einiges, das erklärt unsere Abwehrschwäche."

Im Gegensatz zur deutschen Mannschaft in der Schweiz (3:5) schaffte Frankreich aber wenigstens einen Sieg - trotz Defiziten in der Defensive.

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