Die Fans von Hansa Rostock fallen immer wieder negativ auf © imago

Nach den erneuten Ausschreitungen beim Spiel gegen RB Leipzig hat Drittligst Hansa Rostock erste Konsequenzen gezogen.

Wie der Ostsee-Klub am Freitag mitteilte, hat der Verein die Berufung gegen ein Urteil des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zurückgezogen und wird zudem die Südtribüne für das Spiel gegen den SV Wehen Wiesbaden am 10. Mai schließen.

Dies hätte der Klub allerdings ohnehin machen müssen. Am Nachmittag verurteilte das DFB-Sportgericht den ehemaligen Bundesligisten zu einem Teilausschluss der Fans und zu einer Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro.

Beim Spiel gegen Leipzig hatten zum Teil vermummte Personen Farbbeutel und Gegenstände in den Bereich der Gästefans geworfen und WC-Anlagen zertrümmert. Mit den Einzelteilen der Sanitär-Einrichtungen wurden Polizisten beworfen. Mehrere Beamte und Ordnungskräfte wurden verletzt.

"Am vergangenen Wochenende wurde durch einige Besucher der Südtribüne eine Grenze massiv überschritten und unser Vertrauen, welches wir im Sinne des Vereins gewährt hatten, mit Füßen getreten", teilte der Hansa-Vorstand in einer gemeinsamen Erklärung mit:

"Bei allen Sanktionen und Gegenmaßnahmen dürfen wir aber nicht zulassen, dass es kriminelle Täter schaffen, uns von unserem Weg der Kommunikation mit den friedfertigen Fans abbringen zu lassen."

Nur wenige Tage zuvor war der frühere Bundesligist wegen mehrerer Verstöße seiner Fans zu einer 20.000-Euro-Geldstrafe, einem Teilausschluss der Fans auf Bewährung sowie Auflagen wie der Installierung eines Fangnetzes vor der Südtribüne verurteilt worden.

Gegen diese Strafe hatte der Verein zunächst Berufung eingelegt, diese aber jetzt zurückgezogen. Nach Angaben des DFB bestünden diese Sanktionen und auch die Bewährungszeit für einen weiteren Teilausschluss weiterhin. Unabhängig vom neuen Urteil.

Bereits von November 2011 bis Ende Januar 2012 hatten die Vorgänger der jetzigen Vereinsführung die Südtribüne aus Sicherheitsgründen geschlossen. Im Spiel gegen den FC St. Pauli waren damals Feuerwerksraketen in den Gästeblock geschossen worden.

"Das Maßnahmenpaket des FC Hansa Rostock kommt spät, aber spät ist besser als nie", sagte der mecklenburgische Innenminister Lorenz Caffier: "Es enthält eine Reihe von richtigen, allerdings von Fachleuten [...] bereits seit Jahren geforderten Maßnahmen. Wie glaubwürdig die Ankündigungen sind, muss sich erst noch in der Praxis beweisen, einen Vertrauensvorschuss für Hansa gibt es nicht."

Zu weiteren Maßnahmen der Rostocker gehören neben der Schließung der Südtribüne die Erhöhung der Südtribünentickets für die ersten drei Spiele der kommenden Saison um fünf Euro und die "signifikante" Erhöhung der Ordnerzahl.

Zudem prüfe der Verein die Möglichkeit von personalisierten Karten für die Südtribüne sowie weitere Reglementierungen des Ticketverkaufs bei Auswärtsspielen. Choreographien werden zunächst verboten und der Rostocker Vertretung der aktiven Fans, der "Fanszene Rostock", der Verkauf von Fanutensilien im Umlauf der Südtribüne nicht mehr erlaubt.

"Wir akzeptieren die Maßnahmen des Vereins und können diese nachvollziehen. Jetzt gilt es den Vertrauensvorschuss der Vereinsführung wieder zu erarbeiten", hieß es in einer Stellungnahme der Fanszene Rostock:

"Als ersten Schritt werden wir dazu den finanziellen Schaden, der unserem FC Hansa Rostock durch den Sachschaden auf der Südtribüne entstanden ist, vollständig regulieren."

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