Der insolvente Drittligist Alemannia Aachen wird seine Heimspiele in der kommenden Saison nicht in Jülich austragen können und steht damit derzeit ohne Spielstätte da.

Wie die Alemannia am Freitag mitteilte, hat der Klub fristgerecht einen Lizenzantrag an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) geschickt, dabei "jedoch noch keine konkrete Spielstätte angeben können", da der Sportausschuss der Stadt Jülich keine Genehmigung zur Nutzung des Karl-Knipprath-Stadions erteilt habe.

Da zudem die Hauptgläubiger des Stadions in Aachen keine Zusage für die Nutzung der Spielstätte am Tivoli gegeben hatten, gibt es derzeit keinen Austragungsort, der als gesichert gilt.

Wie die "Aachener Zeitung" berichtet, werteten Vertreter aller Fraktionen im Jülicher Sportausschuss den Vorstoß der Alemannia, ihre Heimspiele in Jülich auszutragen, nicht als seriöses Ansinnen, sondern als bewusstes Druckmittel gegen die Stadt Aachen. Man wolle sich jedoch nicht "vor den Karren spannen" lassen.

Am Dienstag hatte die Alemannia mitgeteilt, im Falle des Abstiegs in die Regionalliga wegen der hohen Miete am Tivoli künftig in Jülich antreten zu wollen.

Laut Geschäftsführer Michael Mönig fordern die großen Gläubiger von der insolventen Stadion GmbH eine jährliche Miete von 1,7 Millionen Euro. Er selbst habe bei einem Treffen 600.000 Euro angeboten.

Der für etwa 50 Millionen Euro gebaute "neue" Tivoli wurde erst 2009 eröffnet. Er gilt als "Millionengrab" der Alemannia, die 2004/05 als deutscher Pokalfinalist noch im UEFA-Cup startete und 2006/07 in der Bundesliga spielte.

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