Der beim Drittligisten Hansa Rostock in die Kritik geratene Trainer Wolfgang Wolf redet sich um Kopf und Kragen.

"Was hier im Moment abläuft, ist der totale Wahnsinn", sagte der 54-Jährige nach dem mageren 1:1 (0:1) des Ex-Bundesligisten am Wochenende gegen den SV Wehen Wiesbaden mit Blick auf die Führungskrise im Klub.

Vorstand und Aufsichtsrat trafen sich am Montag, um auch über die verbalen Attacken des leitenden Angestellten Wolf zu beraten. Die Zeit des früheren Bundesliga-Trainers (Wolfsburg, Nürnberg, Kaiserslautern) scheint abgelaufen zu sein.

Der Cheftrainer konnte den freien Fall nach dem Abstieg aus der 2. Liga nicht stoppen, seine Mannschaft rangiert mit neun Punkten aus acht Spielen im unteren Mittelfeld der Liga.

Wolf selbst macht die Führungskrise für die sportliche Talfahrt verantwortlich. Die Lage ist prekär: Vorstandsboss Bernd Hofmann gilt als angeschlagen, nachdem der Aufsichtsrat seinen Kandidaten für das vakante Amt des Managers nicht akzeptiert hatte.

Sollte innerhalb der nächsten zwei Wochen auch der zweite von Hofmann präsentierte Kandidat durchfallen, muss laut Satzung sogar der gesamte Vorstand seine Arbeit niederlegen.

Die Mannschaft indes stärkte Wolf den Rücken. "Es stand zu lesen, dass die Mannschaft gegen den Trainer spielen würde. Das war und ist definitiv nicht so", sagte Torwart Kevin Müller der "Ostseezeitung". Er gab aber auch zu, dass die Situation schwierig sei. Der Klub müsse klug handeln.

Müller: "Es geht nicht darum, schnelle Entscheidungen zu treffen. Es geht darum, die richtigen Personalentscheidungen zu treffen, die sich langfristig auszahlen."

Der frühere Bundesliga-Profi Wolf hatte bei den Mecklenburgern am 7. Dezember 2011 die Nachfolge von Peter Vollmann angetreten und durfte trotz Abstiegs in die 3. Liga bleiben.

Sein Vertrag endet am 30. Juni 2013. Als Nachfolger werden Stefan Emmerling (zuletzt RW Erfurt) und Marc Fascher (früher Preußen Münster) gehandelt.

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