Leipzigs Spieler feiern Alexander Zorniger, einer der Erfolgsväter © getty

Der RB Leipzig folgt dem 1. FC Heidenheim nach einem Kantersieg über Absteiger 1. FC Saarbrücken in die Zweite Liga.

Leipzig - Die Mehrfach-Torschützen Daniel Frahn und Dominik Kaiser tanzten ausgelassen auf dem Rasen, 42.713 Zuschauer schickten eine La Ola nach der anderen durchs WM-Stadion:

Nach dem heiteren Torschießen beim 5:1 (4:0)-Kantersieg über den bereits feststehenden Absteiger 1. FC Saarbrücken gab es bei RB Leipzig kein Halten mehr.

Der neureiche Klub aus der Sachsen-Metropole krönte am vorletzten Spieltag der Dritten Liga seinen Durchmarsch und und steht damit nach dem 1. FC Heidenheim als zweiter Aufsteiger fest. Darmstadt 98 bestreitet die Relegationsspiele gegen den Drittletzten der Zweiten Liga. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Neue Klub-Rekordkulisse

Vor der neuen Klub-Rekordkulisse ließen die "Bullen" von Beginn an keinen Zweifel an ihrem Ziel aufkommen.

Mit einem Sieg wollte das Team von Coach Alexander Zorniger den Aufstieg hier und heute besiegeln. Von Beginn an entwickelten die Hausherren viel Offensivpower und lagen nach 14 Minuten bereits durch Tore von Kaiser (7.) und Frahn (9./14.) mit 3:0 vorne.

Kaiser (36./47.) steuerte weitere Treffer zum Sieg bei. Die Gäste aus dem Saarland spielten phasenweise tapfer mit, verrieten aber in der Abwehr eklatante Abstimmungsprobleme. Stefan Reisinger (52.) traf immerhin zum 1:5.

Steiler Aufstieg

Nach dem Abpfiff standen zwei Männer im Zentrum der Feiern. Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick und Trainer Alexander Zorniger gelten als Väter des steilen Aufstiegs. Seitdem das Duo im Sommer 2012 die sportliche Leitung beim aufstrebenden Klub übernahmen, stand hinter jeder Saison ein Aufstieg.

Der frühere Bundesliga-Coach Rangnick (Schalke 04, 1899 Hoffenheim) bezeichnete die Zeit in Leipzig als die "intensivste Phase seines Lebens." Noch nie zuvor war einer Mannschaft seit Einführung der Dritten Liga der Durchmarsch dort gelungen.

"Wenn man bedenkt, dass wir in der vergangenen Saison noch in der vierten Liga gespielt haben, ist es eine großartige Entwicklung", sagte Rangnick: "Heute wird gefeiert, ab morgen beschäftigen wir uns mit dem Kader für die neue Saison."

Zorniger lobte in erster Linie die Torschützen Frahn und Kaiser: "Unsere Offensivabteilung hat ein richtiges Ding abgefackelt." Angesichts der großen Kulisse schwärmte Frahn "von den geilsten Fans der Stadt".

2009 in der Oberliga gestartet

Mit dem Aufstieg hat der Klub des milliardenschweren Getränke-Herstellers Dietrich Mateschitz eine weitere Hürde auf dem Weg Richtung Beletage des deutschen Fußballs genommen.

2009 war der Klub des österreichischen Unternehmers in der Oberliga gestartet und sofort in die Regionalliga aufgestiegen.

Dort musste man allerdings drei Jahre verweilen. Nun fragt sich ganz Leipzig, wann RB in der Bundesliga spielt.

Verzicht auf Auswärtskontingent

Von den Ortsrivalen und auch von anderen Traditionsklubs im Osten wird der mit Mateschitz' Millionen erkaufte Aufstieg der Leipziger allerdings weiter sehr kritisch gesehen.

Immer wieder wird RB als "Retortenklub" und "Kunstprodukt" stigmatisiert. Auch der 1. FC Saarbrücken machte aus seiner Ablehnung gegen die Sachsen keinen Hehl und verzichtete aus Protest auf sein Auswärtskontingent an Karten.

Elversberg vor dem Abstieg

Leipzig kann die Heidenheimer (beide 76 Punkte), die beim VfL Osnabrück mit 0:1 (0:0) unterlagen, am letzten Spieltag noch vom ersten Platz verdrängen. Darmstadt gewann bei der SV Wehen Wiesbaden durch einen Treffer von Elton da Costa (65.) mit 1:0 (0:0).

Im Tabellenkeller steht die SV Elversberg (40 Punkte) nach dem 1:1 (0:1) gegen den Chemnitzer FC vor dem Abstieg, da die SpVgg Unterhaching (43) den MSV Duisburg 4:1 (1:0) bezwang und Holstein Kiel (42) und Borussia Dortmund II (43) die Punkte beim 0:0 teilten.

Neben Saarbrücken stand schon vor dem Spieltag Wacker Burghausen (2:0 gegen die Stuttgarter Kickers) als Absteiger fest.

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