Clement Halet (r.) wechselt 2010 vom LR Ahlen zu Preußen Münster © imago

Erleichterung nach dem Schock: Münsters Halet hat das Krankenhaus verlassen. Auch Fifa-Boss Joseph S. Blatter nimmt Anteil.

Münster - Sogar Joseph S. Blatter nahm am dramatischen Kampf um das Leben von Clement Halet Anteil.

"Gute Besserung", twitterte der Fifa-Boss am Sonntag aus der Schweiz.

Da hatte der 29 Jahre alte Franzose in Diensten des Drittligisten Preußen Münster nach seinem Herzstillstand während der Partie der Westfalen gegen Holstein Kiel (0:3) aber bereits wieder das Krankenhaus verlassen.

"Es ist offenbar alles im grünen Bereich und gibt keine Komplikationen", sagte Preußen-Coach Pawel Dotschew: "Ich warte noch auf den Rat der Ärzte, aber im Moment sieht es so aus, als könne er am Mittwoch oder Donnerstag schon wieder trainieren."

Halets Ehefrau im Stadion

Doch die samstäglichen Bilder aus dem Preußenstadion waren schrecklich.

Auf dem Rasen brach Hektik aus, die 8123 Zuschauer, unter ihnen Halets Ehefrau, verfielen in Stockstarre.

Nur dank schneller ärztlicher Hilfe überlebte der Abwehrspieler einen Zusammenprall mit dem Kieler Fiete Sykora.

Die Teamkollegen Dominik Schmidt und Benjamin Siegert alarmierten sofort die medizinische Abteilung, die den bewusstlosen Halet, seit Mai Vater eines Sohnes, per Herzmassage wiederbeleben konnte.

"Schwarzer Tag" für Münster

"Im Stadion herrschte mit einem Mal absolute Stille. Das war ein Riesenschock für uns alle", sagte Dotschew: "Ich stand etwa 50 Meter Luftlinie vom Geschehen entfernt. Aber an der Reaktion der Spieler und des Schiedsrichters habe ich sofort gesehen, dass etwas Schlimmes passiert sein muss."

Auch am Sonntag stand Dotschew noch regelrecht unter Schock.

"Das war ein schwarzer, schwarzer Tag für Preußen Münster. Auch, weil wir 0:3 verloren haben. Vor allem aber natürlich wegen diesem Zwischenfall", sagte der Bulgare: "Da denkt man schon mal: Wir regen uns so oft und über so vieles im Fußball auf. Und vergessen dabei gerne mal, dass es nur ein Spiel ist."

Stimmung ist gedrückt

Auch die Spieler waren vom Schicksal ihres Mitspielers arg mitgenommen.

"Wir haben am Sonntagmorgen trainiert, und obwohl uns da bereits die ersten positiven Nachrichten erreicht haben, war die Stimmung sehr gedrückt", berichtete der Trainer: "Normalerweise läuft vor jedem Training Musik in der Kabine. Am Sonntag war es mucksmäuschenstill. Die Spieler haben auch kaum gesprochen."

Die Wünsche Blatters nannte Dotschew "eine sehr schöne Geste und eine tolle Sache."

Verletzte Polizistin wird operiert

Operiert werden musste eine Duisburger Polizistin.

Die Beamtin gehörte zu einer Gruppe von Ordnungshütern, die nach dem Spiel zwischen dem MSV und dem Chemnitzer FC (1:1) rivalisierende Fangruppen durch den Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray trennen musste.

Bei diesen Auseinandersetzungen wurde die Gesetzeshüterin von einem Unbekannten zu Boden gestoßen und laut Polizeibericht durch zielgerichtete Tritte auf Arm und Hand verletzt.

Im Anschluss an den Einsatz wurden drei der rund 50 gewaltbereiten Duisburger festgenommen, später aber wieder aus dem vorläufigen Gewahrsam entlassen.

Wehen Wiesbaden Tabellenführer

Den sportlichen Entwicklungen des fünften Spieltags kam angesichts dieser Ereignisse nur eine Nebenrolle zu. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Zum neuen Tabellenführer avancierte der SV Wehen Wiesbaden dank eines 3: 1-Erfolges beim Schlusslicht Wacker Burghausen.

Der bisherige Spitzenreiter 1. FC Heidenheim kassierte bei Darmstadt 98 die erste Saisonniederlage (0:1).

Neben Burghausen wartet auch die SV Elversberg noch auf den ersten Sieg.

Der Neuling aus dem Saarland musste sich beim bisherigen Tabellenletzten Hallescher FC mit 0:2 geschlagen geben.

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