Peter Pacult absolvierte als Profi 24 Länderspiele für Österreich © getty

Der finanzkräftige Viertligist hat den Aufstieg in die 3. Liga erneut verpasst. Trotzdem bleibt Trainer Pacult wohl im Amt.

Leipzig - Trainer Peter Pacult verschlug es die Sprache, Kapitän Daniel Frahn vergoss noch auf dem Rasen bittere Tränen:

Trotz eines Millionenetats hat RB Leipzig zum zweiten Mal in Folge den Sprung auf die große Bühne des Profifußballs verpasst und muss auch in der nächsten Saison in der 4. Liga antreten.

Der Klub des Red-Bull-Inhabers Dietrich Mateschitz kam am vorletzten Spieltag der Regionalliga Nord gegen den VfL Wolfsburg II nicht über ein 2:2 (1:0) hinaus und hat mit 72 Punkten keine Chancen mehr auf den ersten Platz.

"Bitterer geht es nicht"

"Bitterer kann man eine Saison nicht abschließen", sagte Frahn.

Erst in der 90. Minute hatten die Sachsen im eigenen Stadion durch Sebastian Polter den Ausgleich kassiert, der das Ende aller Aufstiegsträume bedeutete.

"Das kann man schwer in Worte fassen", betonte auch Teamkollege Niklas Hoheneder, der wie Frahn (40., Foulelfmeter) im letzten Heimspiel getroffen hatte (87.).

Pacult, der erst im Sommer verpflichtet worden war und RB endlich in die 3. Liga führen sollte, zeigte sich nach dem Abpfiff wortkarg.

"Ich möchte nicht viel sagen, ich möchte mich nur beim fantastischen Publikum bedanken", sagte der Österreicher, der schon 1860 München und Dynamo Dresden trainiert hat.

Pacult bleibt wohl

Dem Vernehmen nach wird Pacult aber wohl auch in der nächsten Saison in der WM-Arena von Leipzig auf der Trainerbank sitzen.

Im Vorjahr musste Tomas Oral nach dem klaren Scheitern am Chemnitzer FC noch seinen Platz räumen.

Während es in der Mannschaft um die früheren Bundesligaprofis Timo Rost oder Tim Sebastian wohl erneut einige Wechsel geben wird, soll im Umfeld auf Konstanz gesetzt werden.

Schließlich holte sich Pacult in den letzten Monaten einige alte Weggefährten nach Leipzig.

"Entwicklungen brauchen Zeit"

"Es wird viel geschrieben und geredet über unsere Möglichkeiten und den angeblichen Etat. Fakt ist aber, dass Kontinuität eine entscheidende Rolle für den Erfolg spielt", hatte Pacult vor dem Saisonfinale gesagt:

"Kontinuität bedeutet, dass gewisse Entwicklungen Zeit brauchen und nicht von einen Tag auf den anderen funktionieren, sondern über Monate und Jahre wachsen müssen."

Fakt ist aber: Jedes Jahr im Amateurfußball ist für den finanzkräftigen Verein ein verschenktes Jahr.

Für 30 Millionen Euro hat der Klub am Cottaweg ein neues Trainingszentrum errichtet und weiterhin viel Geld in die Nachwuchsförderung investiert.

Ziel: 2017 in der Bundesliga

Im Jahr 2009 hatten die Leipziger angekündigt, innerhalb von acht Jahren in die Bundesliga aufzusteigen.

Doch statt der Perspektive, bald gegen Bayern München spielen zu können, geht es erstmal weiter gegen den ZFC Meuselwitz und den TSV Havelse.

Immerhin können die "Roten Bullen" am nächsten Wochenende noch den Aufstiegskampf entscheiden.

Am Samstag tritt Leipzig zum Derby bei Tabellenführer Hallescher FC (76 Punkte) an.

Mit einem Erfolg könnten die Sachsen Holstein Kiel (75 Punkte) den Weg zurück in die 3. Liga ebnen.

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