Michael Ballack (r.) beendete 2011 seine Nationalelf-Karriere © getty

Der ehemalige Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack glaubt an einen vorzeitigen Abschied von Joachim Löw als Bundestrainer nach der Fußball-WM in Brasilien.

"Der Vertrag mit ihm wurde auch verlängert, damit während der WM keine Unruhe aufkommt und lästige Fragen gestellt werden. Strategisch war das klug vom DFB. Aber ich denke, dass Löw bei einem frühen Aus nicht weitermachen wird. Der Druck, der dann auf ihm lasten würde, wäre zu groß", sagte Ballack dem Express (Donnerstagausgabe).

Doch selbst im Falle des Titelgewinns wäre die Löw-Ära nach Ansicht des 37-Jährigen beendet: "Auch dann wird er wahrscheinlich aufhören. Denn nach einem WM-Titel gibt es keine Steigerung mehr."

Löw hatte am Mittwoch angekündigt, nach der Endrunde noch einmal eine Bestandsanalyse durchzuführen. Eine frühere Trennung für den Fall einer sportlichen Enttäuschung schloss der 54-Jährige ausdrücklich nicht aus. Einen Rücktritt für den Fall des Titelgewinns aber nahezu schon.

"Ohne Spekulationen anzuheizen: Ich weiß natürlich, dass ein Nationaltrainer immer an dem gemessen wird, was bei einem Turnier passiert", sagte Löw: "Nach der WM wird sich unser Team der sportlichen Leitung sicher mit den Verantwortlichen zusammensetzen und das Turnier in Ruhe analysieren."

Löw erklärte, er sei von "2006 aus betrachtet einer der ganz wenigen, der noch im Amt übrig geblieben ist. Fast alle anderen Verbände haben seitdem den Trainer gewechselt, den Schnitt gibt es immer nach einem Turnier."

Er gehe aber "aktuell davon aus, dass ich bis 2016 dabei bleibe." Löw hatte im Oktober 2013 seinen Vertrag als Bundestrainer bis 2016 verlängert.

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