Nach dem 3:0 gegen Irland und der Qualifikation für die WM 2014 traut der frühere Bundesliga-Trainer Christoph Daum der deutschen Nationalmannschaft bei der Endrunde in Brasilien den Titelgewinn zu.

"Deutschland zählt aufgrund der gezeigten Leistungen absolut zu den führenden Nationen. Das DFB-Team gehört in Brasilien automatisch zum Favoritenkreis. Aber auch andere Nationen wollen den großen Wurf schaffen", sagte Daum im Gespräch mit SPORT1:

"Es ist eine Situation, die sich die Deutschen erarbeitet haben. Bei den letzten Europa- und Weltmeisterschaften hat es nur an Kleinigkeiten gefehlt. Mit unserer Mannschaft ist der WM-Titel 2014 absolut drin. Es entscheidet natürlich die Tagesform, denn die schlägt immer wieder Qualität."

Dass Bundestrainer Joachim Löw den Titelgewinn als Ziel ausgegeben hat, findet Daums Zustimmung: "Man kann das Verhalten von ihm als sehr selbstbewusstes Auftreten bewerten. Der Bundestrainer versucht, mit Selbstbewusstsein und Überzeugung voranzugehen und will dies auch auf seine Spieler übertragen."

Einige Beobachter sehen Löw hingegen kritisch, da der 53-Jährige mit der Nationalelf noch keinen Titel gewonnen hat.

Ob Löw viele oder wenige Titel vorzuweisen habe, spiele aber "keine entscheidende Rolle", sagte Daum. Wichtig sei "mit welcher Einstellung er an dieses Turnier rangeht. Auch als zweimaliger Weltmeister würde die Aufgabe für ihn nicht einfacher werden. An der Schwierigkeit ändert sich nichts, es geht nur um die Einstellung", meinte der 59-Jährige:

"In der Vergangenheit wurde oft gesagt, dass sich die Mannschaft erst entwickeln muss und dass viele andere auch um den Titel mitspielen. Aber diese Diskussion hatten wir schon zu oft."

Daum trainierte in der Bundesliga den 1. FC Köln, VfB Stuttgart, Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt. Seit August 2013 ist er Coach des türkischen Erstligisten Bursaspor Kulübü.

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