DFB-Sportdirektor Robin Dutt hat sich in die Diskussion um Führungsspieler in der deutschen Nationalmannschaft eingeschaltet.

"Die Erziehung im Elternhaus ist eine andere als die vor 20 Jahren. Damals wurde häufig noch sehr autoritär, heute wird eher kooperativ erzogen. Dementsprechend verhält sich ein Führungsspieler heute auch anders als früher. Wir brauchen eine Hierarchie in den Teams, aber diese wird heutzutage anders definiert", erklärte Dutt im SPORT1-Interview.

Bundestrainer Joachim Löw wurde nach dem EM-Halbfinalaus gegen Italien das Fehlen von Führungsspielern vorgeworfen.

Zu Löw sieht der Sportdirektor "viele Parallelen" hinsichtlich der Spielphilosophie der Nationalelf und auch der U-Mannschaften.

"Wir müssen aber auch differenzieren und eine U-16-Mannschaft beispielweise in ihrer Spielauffassung anders behandeln als die A-Nationalmannschaft. Ziel muss es sein, dass der U-16-Spieler zum A-Nationalspieler ausgebildet wird. Und da hilft es natürlich, dass wir eine einheitliche Auffassung haben, zum Beispiel dass wir lieber flach als hoch spielen oder unsere Teams der aktivere Part auf dem Spielfeld sein sollen", erklärte Dutt.

Die eigentliche Umstellung an seiner neuen Arbeit als Sportdirektor sei es, "Bundesliga-Spiele jetzt von oben von der Tribüne aus zu verfolgen und nicht mehr von unten".

"Es ist schon eine Umstellung, sich da zu disziplinieren und bei den Spielen der U-Teams etwas zurückzuhalten, eher zu beobachten und nicht wie als Trainer gleich eine Sofortmaßnahme zu ergreifen. Daran muss man sich erst gewöhnen", sagte der ehemalige Trainer von Bayer Leverkusen.

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