DFB-Sportdirektor Matthias Sammer sieht den deutschen Fußball noch nicht auf dem allerhöchsten Niveau.

"Für uns ist der Maßstab die Weltspitze - im Moment die Spanier -, und da sind wir noch ein Stück entfernt. Die Sehnsucht nach Erfolg muss den Ehrgeiz wecken, sie irgendwann mal zu schlagen", sagte Sammer in einem Doppel-Interview mit dem früheren Handball-Nationaltrainer Heiner Brand auf der Homepage des Deutschen Fußball-Bundes.

Ob der Fußball wirklich sehr gut dastehe, sagte Sammer, "den Beweis müssen wir erst noch antreten. Dass wir mit dem Nachwuchs drei EM-Titel gewonnen haben, wird von den Handballern mit WM-Titeln in Serie übertrumpft.

Wir waren mit der Nationalmannschaft zuletzt zwei Mal Dritter bei Weltmeisterschaften und einmal Zweiter bei der EM 2008, insofern muss man die aktuelle Entwicklung im Fußball realistisch beurteilen".

Erfolg sei vor allem eine Frage der Einstellung. "Mir nutzen keine Spieler, die athletisch, technisch und taktisch top ausgebildet sind, aber eine Verlierermentalität in sich tragen", sagte der Europameister von 1996 und fügte hinzu.

"Früher brauchten wir die deutschen Tugenden, weil wir schlechter ausgebildet waren. Das heißt aber nicht, sie zu vernachlässigen, wenn du besser ausgebildet bist. Du musst in der Lage sein, jederzeit vom Persönlichkeitsprofil alles abzurufen. Solange das nicht gelingt, sind wir nicht weltspitze."

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