27. MAI: Überschattet wird die zunächst holprige Vorbereitung von einem schweren Unfall. Bei einem Sponsorentermin sitzen zwei Nationalspieler in Autos der Rennfahrer Nico Rosberg und Pascal Wehrlein. Wehrlein erfasst nach einem Ausweichmanöver zwei Passanten, einer davon verletzt sich schwer. Die Stimmung ist im Keller
Ein tragischer Unfall beim Sponsoren-Termin mit Rosberg und Wehrlein schockt das DFB-Team. Bilder. © getty

Schock im DFB-Trainingslager: Bei einer Sponsoren-Aktion mit DTM-Fahrer Pascal Wehrlein werden zwei Personen verletzt.

St. Martin - Unfall-Drama im WM-Trainingslager der deutschen Nationalmannschaft: Die Vorbereitung der DFB-Auswahl auf das Turnier in Brasilien ist am Dienstag von einem tragischen Zwischenfall überschattet worden.

Bei einer Sponsorenaktion des DFB-Teams kam es im Passeiertal zu einem folgenschweren Autounfall, bei dem zwei Personen verletzt wurden.

Unerwartet auf abgesperrter Strecke

"Der DTM-Rennfahrer Pascal Wehrlein verletzte beim Befahren einer abgesperrten Strecke zwei Personen, die sich unerwartet auf der Fahrbahn befanden", hieß es in einer ersten Stellungnahme von Mercedes.

Der DFB-Hauptsponsor teilte weiterhin mit: "Über die Schwere der Verletzungen können wir momentan keine Auskunft geben, beide Personen befinden sich in ärztlicher Behandlung. Pascal Wehrlein blieb unverletzt."

Zudem erklärte Mercedes: "Wir bedauern diesen Unfall und wünschen den Verletzten gute Besserung. Selbstverständlich unterstützen wir die Behörden bei der Aufklärung des Unfallhergangs."

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Grittner: "Gedanken bei den Verletzten"

Jens Grittner, Pressesprecher der Nationalmannschaft, bestätigte ebenfalls: "Bei einer Fahr-Aktion unseres Partners Mercedes-Benz ist es zu einem schweren Unfall gekommen. Zu unserem großen Bedauern wurden dabei zwei Personen verletzt, die umgehend medizinisch versorgt und ins Krankenhaus gebracht wurden."

Er ergänzte: "Im Moment sind unsere Gedanken bei den Verletzten. Weitere Informationen liegen uns noch nicht vor. Daher bitten wir um Verständnis, dass wir aktuell keine weiteren Auskünfte geben können. Der DFB wird eng mit allen zuständigen Stellen und Behörden zusammenarbeiten."

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Geschockte Bürgermeisterin

St. Martins Bürgermeisterin Rosmarie Pamer erklärte bei SPORT1: "Ich bin sehr traurig und geschockt. Ich war sicher, dass die Strecke gut abgesperrt war."

Sie ergänzte: "Das ist sehr bedauerlich, weil das Trainingslager des DFB bisher sehr positiv verlaufen war. Ich hoffe, dass alles gut ausgeht und ich wünsche den Verletzten gute Besserung."

Die Bürgermeisterin berichtete zudem, dass die Autos nach Augenzeugenberichten "nicht so schnell unterwegs waren".

"Langsam unterwegs"

Das bestätigte auch Heinrich Dorfer, der zuständige Gemeindereferent für den Ablauf des Trainingslagers.

"Pascal Wehrlein war langsam unterwegs. Vielleicht hat er sich deshalb nicht so auf das Fahren konzentriert", sagte Dorfer bei "RTL", nachdem er mit dem Besitzer des Holzer Hofes, vor dem der Unfall passierte, gesprochen hatte.

Der Gemeindereferent ergänzte: "Die Rettungskräfte waren sehr schnell vor Ort. Das ist ein Schock für Südtirol und das Passeiertal. Diese Sache hätte es nicht gebraucht."

Wehrlein wollte ausweichen

Dorfer bestätigte zudem Angaben von Augenzeugen, nach denen der gerade einmal 19-jährige Wehrlein versucht hat, in einem Fahrzeug der neuen Mercedes C-Klasse AMG dem Urlauber-Pärchen auszuweichen.

Formel-1-Star Nico Rosberg befand sich ebenfalls auf der Strecke, wurde in den Unfall aber nicht direkt verwickelt.

Bei Twitter schrieb er am Abend: "Ich bin schockiert über den Unfall. Meine Gedanken sind bei den zwei Verletzten und ich wünsche ihnen eine schnelle Erholung."

Rosberg und Wehrlein besuchten am Abend die beiden Verletzten in den jeweiligen Krankenhäusern, berichtet die "Bild".

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Verletzter im Hubschrauber abtransportiert

Die Polizei in Südtirol bestätigte, dass eine der beiden Personen schwer verletzt wurde.

Dabei handelt es sich um einen 63 Jahre alten Urlauber aus Deutschland, er wurde mit dem Hubschrauber in eine Klinik ins rund 65 Kilometer entfernte Bozen geflogen.

Seine Frau hat den Unfall gesehen und erlitt einen Schock.

Ein einheimischer Streckenposten wurde leicht verletzt und ins Krankenhaus im nahe gelegenen Meran gebracht.

Höwedes und Draxler angeblich vor Ort

An der Unfallstelle sollen sich auch die beiden Schalker Profis Benedikt Höwedes und Julian Draxler befunden haben. Vom DFB gab es dazu keine Stellungnahme.

Gemeindereferent Dorfer, zugleich Chef des Hotels "Quellenhof", in dem die deutsche U-20-Nationalmannschaft untergebracht ist, berichtete SPORT1 am Abend, "dass einige Leute vom DFB ins Krankenhaus gefahren sind. Man nimmt sich der Sache voll und ganz an."

Rosberg, Wehrlein und Kaymer zu Besuch

Rosberg, Wehrlein und Golf-Star Martin Kaymer hatten am Dienstag die deutsche Mannschaft in ihrem WM-Trainingslager in Südtirol besucht.

Unterdessen war bekannt geworden, dass Joachim Löw wegen überhöhter Geschwindigkeit seinen Führerschein abgeben musste.

Löw zeigt sich einsichtig

"Selbstverständlich stehe ich dazu, dass ich manchmal leider zu schnell gefahren bin, ich weiß, dass ich mich hier zügeln muss", sagte der 54-Jährige in einer offiziellen Mitteilung.

"Ich habe meine Lektion gelernt und werde mein Fahrverhalten ändern", versicherte der Bundestrainer: "Es gibt da nichts schönzureden, natürlich muss ich jetzt mit den Konsequenzen leben und nutze häufig die Bahn."

Bierhoff und Sandrock reagieren

Teammanager Oliver Bierhoff nahm vor dem Unfall-Drama am Nachmittag die Meldung von Löws Führerscheinentzug noch mit Humor.

"Wir werden mit unserem Generalsponsor sprechen, dass man Jogi nur noch Autos gibt, die tempolimitiert sind", sagte der Europameister von 1996.

Auch DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock äußerte sich zu der Angelegenheit, die der Verband wohl am liebsten unter Verschluss gehalten hätte.

"Joachim Löw hat uns bereits vor einiger Zeit darüber informiert, dass er den Führerschein abgeben musste", teilte Sandrock mit: "Wir wissen, dass sich Jogi selbst am meisten darüber ärgert."

Löw wohl zu schnell und mit Handy am Steuer

Löw soll nach übereinstimmenden Angaben verschiedener Medien zu schnell gefahren sein und mit dem Handy am Steuer seines DFB-Dienstwagens telefoniert haben.

Der Vorfall soll sich bereits im März ereignet haben.

Nächster Aufreger nach Großkreutz

Der Bundestrainer, der bereits 2006 wegen eines ähnlichen Vergehens schon einmal vier Wochen seine Fahrerlaubnis abgeben musste, hat aber keine Punkte wegen Alkohols am Steuer oder eines Unfalls bekommen.

Nach der Pinkel-Affäre um Kevin Großkreutz, der wegen seines Aussetzers in Berlin nach dem Pokalfinale von Löw die dunkelgelbe Karte gesehen hatte, wirft allerdings auch Löws Verhalten kein gutes Licht auf die Nationalmannschaft.

Diese sieht sich gerne als wichtiger Repräsentant Deutschlands.

Bierhoff betont Vorbildfunktion

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"Wir wollen natürlich immer Vorbild sein. Wir sind aber auch nur Menschen, die Fehler machen. Ich sehe jetzt keine Gefahr, dass Jogi als Raser durchgeht", betonte Bierhoff.

Ausgerechnet WM-Spitzenreiter Rosberg konterkarierte allerdings Bierhoffs Aussage: "Ich fahre auf der Straße ganz normal und habe noch nie einen Punkt in Flensburg gehabt."

Testspiel gegen U 20 abgesagt

Das Testspiel gegen die eigene U 20 am Dienstagabend wurde abgesagt, die Nationalmannschaft am frühen Abend stattdessen hinter verschlossener Tür ein Training.

Kapitän Philipp Lahm hätte im Testspiel ohnehin noch nicht mitwirken können.

Er absolvierte am Dienstag aber erstmals nach seiner Sprunggelenkverletzung gemeinsam mit seinem Bayern-Kollegen Bastian Schweinsteiger wieder eine Laufeinheit.

Khedira geschont

Geschont wurde gegen den Nachwuchs auch Champions-League-Sieger Sami Khedira, der am Vorabend in Südtirol eingetroffen war und zunächst regenerieren sollte.

Marcel Schmelzer (Knieprellung) konnte nach einer dreitägigen Pause wieder am Trainingsbetrieb teil, während Torwart Manuel Neuer (Schulter) weiter im Teamhotel Andreus behandelt wurde.

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