Miroslav Klose (M.) zeigte gegen Thomas Pledl (l.) und Co. vollen Einsatz. Die Bilder vom Trainingslager des DFB-Teams ZUM DURCHKLICKEN © getty

Das DFB-Team siegt in Südtirol im ersten Test gegen die U 20 deutlich. Die Tore fallen aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch, Jochen Stutzky und Onur Özdamar

St. Martin/Passeiertal - Seit Donnerstag hatten die Beobachter der Nationalmannschaft im Trainingslager in Südtirol nur Trainingseinheiten gesehen - wenn überhaupt.

Im ersten von drei Tests gegen die eigens dafür mitgereiste U-20-Auswahl wurde am Sonntagnachmittag endlich gespielt ( 895607 DIASHOW: Das DFB-Team in Südtirol ).

Die anwesenden Medienvertreter erhofften sich erste Rückschlüsse auf die Frühform des DFB-Teams vor seinem WM-Auftaktspiel am 16. Juni gegen Portugal. Als auf dem Rasen dann aber so richtig die Post abging, waren sie schon nicht mehr vor Ort.

Viererpack von Schürrle

Die Tore der eingewechselten Andre Schürrle (4), Kevin Volland (2) und Lukas Podolski beim 7:1-Sieg der A-Nationalmannschaft fielen bereits unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Wichtiger als das Ergebnis waren aber ohnehin andere Fragen: Wer kann spielen, wer ist noch angeschlagen, wie präsentiert sich die Mannschaft gegen die Youngster?

Bei strahlendem Sonnenschein schickte Bundestrainer Joachim Löw elf Spieler auf den Platz, die sich dann aber erst einmal ausgiebig aufwärmten.

Neuer absolviert leichtes Training

Der Großteil des restlichen Kaders absolvierte lockeres Training im Fitnesszelt neben dem Platz.

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Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Per Mertesacker und Marcel Schmelzer waren auch dort nicht zu sehen, dafür aber Manuel Neuer. Die seit dem Pokalfinale an der Schulter verletzte etatmäßige Nummer 1 im deutschen Tor saß auf einem Radtrainer und lockerte die Beine.

Auf der mit Sponsoren, Ehrengästen, einigen Fans und Journalisten prall gefüllten Tribüne wurde alles genauestens beäugt, fotografiert, gefilmt und sogar live kommentiert.

U 20 beginnt offensiv

Nach einer halben Stunde ging es dann endlich richtig los.

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In den Partien gegen ihre Vorbilder sollten seine Schützlinge "verhaltenstaktische Dinge von potenziellen Gegnern darstellen", hatte Löws ehemaliger Co-Trainer bei Fenerbahce Istanbul und jetziger U-20-Coach Frank Wormuth im Vorfeld erklärt.

Wen die Nachwuchskicker imitieren sollten, war nicht zu erkennen. Vielleicht Portugal? Sie begannen auf jeden Fall frech und offensiv.

Kramer stellt Kroos in den Schatten

Im DFB-Team begann Roman Weidenfeller im Tor, die Viererkette bildeten Benedikt Höwedes, Shkodran Mustafi, Mats Hummels und Erik Durm.

Weidenfeller bekam in den ersten 40 Minuten deutlich mehr zu tun, als allgemein erwartet worden war, erwies sich aber als sicherer Rückhalt. Sein Dortmunder Teamkollege Durm präsentierte sich als Außenverteidiger wie auch beim BVB mutig und mit reichlich Offensivdrang.

Christoph Kramer und Toni Kroos bildeten das defensive Mittelfeld, wobei der Gladbacher zu Beginn deutlich aktiver war als der Münchner und einmal mehr seinem Ruf als Laufwunder gerecht wurde. In der Offensive kamen Thomas Müller, Julian Draxler, Marco Reus und Miroslav Klose kaum zu Torchancen.

Löws Stars tun sich schwer

Nach den ersten von viermal 20 Minuten wurden die Seiten gewechselt, nun stand die U 20 tief im Raum.

Und Löws Stars taten sich weiter schwer. Ein Treffer von Müller nach Vorarbeit von Kramer wurde nach kurzer Diskussion wegen Abseits nicht gegeben.

Nach den zweiten 20 Minuten hieß es dann in Richtung der anwesenden Medienvertreter: "Wir bitten alle, innerhalb von zehn Minuten den Platz zu verlassen. Das Spiel ist jetzt beendet!"

Tore unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Was nicht ganz stimmte, denn es ging weiter - nur eben unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

In den Genuss der sieben Tore durch Schürrle, Volland und Podolski kamen nur die Trainer, Betreuer und Ordner.

Auch anschließend war von den Spielern nichts mehr zu sehen, in dunklen Vans wurden sie in Vierergruppen zurück ins Hotel chauffiert. Löw wird sich zu den Erkenntnissen aus dem ersten Test frühestens im Laufe des Montags äußern.

Am Dienstag steht dann die zweite Partie gegen die U 20 an. Ob der Erkenntnisgewinn für die außenstehenden Beobachter viel größer sein wird, bleibt abzuwarten.

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