Oliver Bierhoff spricht bei SPORT1 über die deutschen Titelaussichten, die Verletzungssorgen und den Großkreutz-Eklat.

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St. Martin/München - In gut drei Wochen bestreitet die deutsche Nationalmannschaft ihr erstes Vorrundenspiel bei der WM in Brasilien.

Gegner zum Auftakt der Gruppe G am 16. Juni in Fortaleza ist Portugal mit Superstar Cristiano Ronaldo vom frisch gebackenen Champions-League-Sieger Real Madrid.

Doch bis dahin gilt es im Team von Bundestrainer Joachim Löw noch einige Baustellen zu beackern - vor allem in personeller Hinsicht ( 895607 DIASHOW: Das DFB-Team in Südtirol ).

Manuel Neuer, Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger vom FC Bayern sind allesamt angeschlagen, Sami Khedira (Real Madrid) nach langer Verletzungspause noch lange nicht in Top-Form.

Im Volkswagen Doppelpass auf SPORT1 sprach Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff am Sonntag über das derzeitige Trainingslager der DFB-Elf in Südtirol, den Gesundheitszustand der deutschen Sorgenkinder und die Aussichten auf den vierten WM-Titel.

SPORT1 fasst Bierhoffs wichtigste Aussagen zusammen.

Oliver Bierhoff über ...

die Ziele der Nationalmannschaft bei der WM:

"Wir wollen Weltmeister werden und wir glauben daran. Mein Gefühl ist besser als im Januar oder März, da hatten wir viele Verletzte. Jetzt trainieren wir viel und ich spüre eine große Geschlossenheit. Man hat auch gestern bei Real gesehen, wie schwer es wird. Ein Spiel kann durch einen Standard entschieden werden. Wir sind in unserer Gruppe Favorit. Aber es wird ein hartes Stück Arbeit."

den Gesundheitszustand von Manuel Neuer:

"Manuel ist guter Dinge, ein positiver Geist, er brennt. Doktor Müller-Wohlfahrt kommt vorbei und schaut ihn nochmal an. Bis dahin hat er Bewegungsverbot. In Brasilien ist er sicher dabei. Für uns stellt sich nur die Frage: Wann kann er dabei sein im Training? Erste Konditionsübungen kann er bald machen, Torwarttraining dauert noch ein wenig. Mich macht die Aussage von Müller-Wohlfahrt optimistisch, dass es wieder wird. Dazu der Eindruck von Manuel, er kann den Arm gut bewegen. Für einen Torwart ist das eine unglückliche Verletzung. Es ist wichtig, dass er nicht zu früh anfängt zu trainieren."

Miroslav Klose und das Stürmerproblem im DFB-Team:

"Miroslav Klose ist ein unglaublicher Profi, es nicht sein erstes Turnier. Mit der Erfahrung, die er hat, mache ich mir keine Sorgen. Natürlich lässt er sich pflegen. Ich bin zuversichtlich, dass er zum WM-Auftakt bei hundert Prozent ist. Typische Mittelstürmer gibt es in der Bundesliga ja nicht mehr. 2000 hatten wir alles umgestellt, deswegen haben wir jetzt kleinere, wendigere Spieler wie Götze, Reus und Özil. Leider ist Mario Gomez ausgefallen, er hat in dieser Saison nur 280 Minuten gespielt. Auch Lasogga hatte Verletzungsprobleme. Das Trainerteam wollte nur mit fitten Spielern anreisen. Mario Götze, Marco Reus und Co. können diese Position spielen. Auch Kevin Volland ist sehr engagiert dabei. Ich bin gespannt, wie er sich in den nächsten Tagen gibt."

die Position von Philipp Lahm im Team:

"Da halte ich mich raus, also bei den ganz engen sportlichen Dingen. Mein Gefühl: Philipp Lahm kann überall spielen. Er ist unheimlich intelligent. Wir können ihm vor dem Turnier sagen: 'Es ist Not am Mann, du musst für die Mannschaft hier oder da spielen.' Dann macht er das auch. Ich sehe keine Notwendigkeit, vorher festzulegen, wo er spielt."

über Sami Khediras Champions-League-Gewinn mit Real Madrid:

"Wir haben ihm eine E-Mail und per WhatsApp geschrieben. Mich freut es riesig. Es ist ein mannschaftlicher, aber auch ein persönlicher Erfolg und eine Auszeichnung, denn er hat die Verletzung überstanden. Die meisten Experten hätten gesagt: Das klappt überhaupt nicht mehr, wenn überhaupt zur WM. Aber dass er jetzt drei Spiele für Real Madrid gemacht hat, darunter ein CL-Finale, das hätten die wenigsten geglaubt. Er ist aber noch nicht bei hundert Prozent."

den Vorfall mit Kevin Großkreutz nach dem DFB-Pokalfinale in Berlin:

"Er ist Nationalspieler und muss Vorbild sein. Auch außerhalb des Platzes. Man weiß, was möglich ist nach einem Endspiel, vor allem nach einem verlorenen. Sowas darf nicht passieren. Das haben wir ihm gesagt, auch, dass wir das nicht tolerieren. Aber: Das ist in seiner Dortmunder Zeit passiert. Dementsprechend wurde er von Dortmund bestraft. Wir haben dann nochmal ernst mit ihm gesprochen. Dennoch: Das sind junge Kerle. Kevin ist sehr emotional, er hat viel Leidenschaft, nach dem Endspiel aber auch viel Frust. Das kann mal passieren."

das WM-Quartier der Nationalmannschaft in Brasilien:

"Es wird fertig. Wir sind überzeugt, dass wir das beste Quartier in Brasilien erwischt haben und es wird einen besonderer Effekt geben. Es ist aber auch so: Wenn wir reingehen, geht der letzte Handwerker raus. Die ganze Mannschaft ist voll eingestellt auf Brasilien. Es gibt keine Entschuldigungen, kein Lamentieren."

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