Benders Aus ist ein weiterer Dämpfer fürs DFB-Team. Immerhin macht Schweinsteiger Fortschritte. Klose glaubt an Lahm und Neuer.

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Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch, Jochen Stutzky und Onur Özdamar

St. Martin/Passeiertal - Der Blick voller Besorgnis, die Lippen zusammengekniffen. So stand Bundestrainer Joachim Löw bei Bastian Schweinsteiger. Neben ihnen Fitnesscoach Shad Forsythe.

Auch am Freitagvormittag trainierte Schweinsteiger nicht mit dem Rest der Mannschaft, sondern absolvierte wieder eine lockere Laufeinheit.

Immerhin: Als alle anderen schon im Hotel waren, spielte sich der Mittelfeldstar des FC Bayern mit Forsyth ein paar Bälle zu und belastete bei schnellen Drehungen auch sein verletztes Knie.

Schweinsteigers Patellasehne ist jedoch nicht der einzige Grund zur Sorge, denn seit Freitag findet das DFB-Trainingslager in Südtirol ohne Lars Bender statt (BERICHT: WM-Aus für Bender).

Der Leverkusener fällt auch für die WM aus.

Löw leidet mit Bender

"Für Lars tut es mir persönlich sehr leid. Ich weiß, er wollte in Brasilien unbedingt dabei sein", ließ Löw mitteilen.

Nachnominieren will der Bundestrainer jedoch niemanden.

Dass er aus seinem nun noch 26-köpfigen vorläufigen WM-Aufgebot bis zum 2. Juni nur noch drei Spieler streichen muss, erleichtert ihm seine Arbeit allerdings nicht.

Dunkle Wolken über dem Passeiertal, wo am Mittag Starkregen einsetzte. Die Nationalmannschaft gleicht einer Großbaustelle ( 895607 DIASHOW: Das DFB-Team in Südtirol ).

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Neuers Zustand gibt Rätsel auf

Im Tor ist Manuel Neuer seit dem Pokalfinale am vergangenen Samstag an der Schulter verletzt.

Der Bayern-Keeper war am Freitagvormittag noch in München zur Behandlung bei FCB- und DFB-Teamarzt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt.

Nach DFB-Aussage soll Neuer noch im Lauf des Tages in Südtirol eintreffen. Zusammen mit Philipp Lahm.

Der Torhüter selbst sagte über einen möglichen Abreisetermin Richtung Norditalien zu SPORT1: "Ich sage nichts, bevor ich nicht mit den Verantwortlichen gesprochen habe."

Kapitän Lahm war wegen einer Kapselverletzung nicht mit ins Trainingslager gereist und wurde in den vergangenen Tagen ebenfalls in München behandelt.

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Engpass hinten links

Linksverteidiger Marcel Schmelzer trainiert in Südtirol zwar voll mit.

Der Dortmunder war in der Schlussphase der abgelaufenen Saison aber lange Zeit verletzt.

Schmelzers Backup, sein Vereinskollege Erik Durm, hat noch keinerlei Erfahrung bei großen Turnieren.

Anders als Per Mertesacker. Der Arsenal-Verteidiger, der wegen der Geburt seines zweiten Kindes zunächst gefehlt hatte, kam am Freitag im Teamhotel Andreus in St. Martin an.

Klose: "Bin auf einem guten Weg"

Im Sturm ist Miroslav Klose der einzige verbliebene echte Angreifer.

Der Italien-Legionär, der kurz vor der WM 36 Jahre alt wird, hat jedoch ein Jahr mit vielen Blessuren hinter sich.

"Mir geht es sehr gut, ich bin auf sehr einem guten Weg", sagte Klose am Freitag auf der Pressekonferenz.

"Über die anderen Spieler wissen die Ärzte besser Bescheid. Ich kann über die Typen und ihren Charakter sprechen. Wenn sie mal verletzt waren, kommen sie umso stärker zurück", sagte er auf SPORT1-Nachfrage zur Verletzten-Situation in der deutschen Mannschaft.

Keine Sorgen wegen Lahm und Neuer

"Manuel (Neuer, Anm. d. Red.) muss seine Schulter ausruhen, braucht aber nicht das Läuferische. Philipp (Lahm, Anm. d. Red.) tut es mal ganz gut, ein bisschen weniger zu machen", meinte Klose.

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Er mache sich über beide überhaupt keine Gedanken.

Die größte Problemzone ist jedoch das defensive Mittelfeld. Nach Benders Ausfall hat Löw hier kaum fitte Spieler zur Verfügung.

Doppel-Sechs geht am Stock

Schweinsteiger hat in Norditalien bisher nur Laufeinheiten absolviert.

Die Fitnesscoaches um Forsythe und Mark Verstegen hatten bisher im Training mehr mit dem 29-Jährigen zu tun als Löw und sein Co-Trainer Hansi Flick.

Beide unterhielten sich am Freitag länger mit dem Münchner, der zusammen mit Sami Khedira eigentlich Löws Idealbesetzung für die Doppel-Sechs sein sollte.

Doch ob Schweinsteiger und der ehemalige Stuttgarter bei der WM ähnlich stark auftrumpfen können wie 2010 in Südafrika, ist aktuell mehr als fraglich.

Khedira hofft auf Einsatz gegen Atletico

Khedira hat sich nach seinem Kreuzbandriss im November zwar mit unglaublicher Moral und Disziplin bei Real Madrid zurückgemeldet, bisher aber nur Kurzeinsätze absolviert.

Am Samstag steht er mit den "Königlichen" im Champions-League-Finale gegen Stadtrivale Atletico.

Löw und Flick werden genau beobachten, wie weit Khedira schon wieder ist - vorausgesetzt er kommt überhaupt zum Einsatz.

Kramers WM-Chancen steigen

Viele Alternativen hat der Bundestrainer nicht mehr ( 888136 DIASHOW: Der vorläufige WM-Kader ).

Die langzeitverletzten Dortmunder Sven Bender und Ilkay Gündogan waren schon vor der Nominierung des vorläufigen WM-Kaders durch das Sieb gefallen.

Bleiben der angeschlagene Lahm, Toni Kroos und Youngster Christoph Kramer.

Der Mönchengladbacher könnte von Benders Ausfall profitieren, hat aber noch keine Erfahrung auf der großen Bühne.

Klose bleibt zuversichtlich

Viel passieren darf nicht mehr, die Lage ist ernst.

Auch wenn Klose - wie schon Flick und Teammanager Oliver Bierhoff am Donnerstag - Zuversicht vermittelte.

"Wir haben das Trainingslager gut angefangen und wollen es auch weiter so durchziehen", sagte Klose und ergänzte: "Die Seuche haben wir nicht."

Man würde ihm nur allzu gerne glauben.

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