Manuel Neuer (o.) ist Stammkeeper des FC Bayern und der Nationalelf © getty

Torwart Manuel Neuer verlässt die Arztpraxis mit einer Schlinge - nicht die einzige Sorge vor dem Start der WM-Vorbereitung.

München - Manuel Neuer verließ mit versteinerter Miene die Praxis von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Und, noch schlimmer: mit dem Arm in der Schlinge.

Der 28 Jahre alte Nationaltorwart von Bayern München hatte sich kurz vorher am Montagnachmittag einer Kernspin-Untersuchung unterzogen, nachdem er sich am Samstag mit einer Schulterverletzung bis zum Schlusspfiff der Verlängerung des Pokalfinales gegen Borussia Dortmund (2:0) geschleppt hatte.

Die endgültige Diagnose für den 28 Jahre alten Schlussmann sollt am späten Montagnachmittag vom FC Bayern bekannt gegeben werden.

Dasselbe gilt für Kapitän Philipp Lahm, der sich wegen seiner Wadenblessur ebenfalls am Montag beim Bayern- und DFB-Doc einer MRT-Untersuchung unterzogen hatte - und hinterher sein Gefühl bekräftigte, dass die WM nicht in Gefahr ist.

Bundestrainer Joachim Löw dürfte zumindest beim Anblick von Neuer ein Schreck in die Glieder gefahren sein, obwohl Neuer selbst am Wochenende ebenfalls nichts von einem WM-Aus wissen wollte.

Und nicht nur Neuer und Lahm treiben dem Bundestrainer zurzeit Sorgenfalten auf die Stirn ( 888136 DIASHOW: Der vorläufige WM-Kader ).

Warten auf den Anruf vom Doc

Muskuläre Probleme wie bei Bayern-Profis Thomas Müller und Toni Kroos, die beim DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund (2:0) in der Verlängerung mit Wadenkrämpfen zu kämpfen hatten, sind für die drei Ärzte und vier Physios noch das geringste Problem.

Bastian Schweinsteiger, ebenfalls einer von Löws Schlüsselspielern, konnte am Samstag wegen einer Reizung der Patellasehne gar nicht erst auflaufen.

"Ich habe mit Bastian und Dr. Müller-Wohlfahrt telefoniert. Beide waren sehr optimistisch, dass Bastian am Montag oder Dienstag schmerzfrei sein müsste und ab Mittwoch bei uns im Trainingslager vollumfänglich trainieren kann", sagte Löw und gab damit zumindest bei Schweinsteiger Entwarnung.

"Ich bin zuversichtlich, dass ich Mitte oder Ende der Woche wieder trainieren kann", sagte der 29-Jährige selbst. (DATENCENTER: Der Spielplan der WM 2014)

Klose nicht in "absoluter Top-Form"

Ähnlich wie Schweinsteiger wird es auch DFB-Rekordtorjäger Miroslav Klose in Südtirol langsam angehen lassen.

Der 35 Jahre alte Italien-Legionär machte Löw angesichts des Stürmer-Notstands in der DFB-Auswahl ebenfalls Hoffnung.

"Ich bin zwar nicht in absoluter Top-Form, um morgen eine WM spielen zu können. Aber es gibt keinen Grund zur Beunruhigung. Ich brauche die zehn Tage Vorbereitung sowie die zwei Testspiele, um in den Rhythmus zu kommen. Dann bin ich 100 Prozent fit und voll da", sagte er der "Welt am Sonntag".

Ganz nebenbei muss auch noch Sami Khedira, der am kommenden Samstag noch mit Real Madrid das Champions-League-Finale in Lissabon gegen Stadtrivale Atletico bestreitet, nach seiner langen Verletzungspause und seiner verspäteten Anreise ab kommender Woche wieder WM-tauglich gemacht werden.

Ob es mit Manuel Neuer auch klappt? Die Schlinge und sein Gesichtsausdruck wecken Zweifel.

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