Bei der Nominierung seines vorläufigen WM-Kaders hat Joachim Löw auf Mario Gomez verzichtet und Zeichen für die Zukunft gesetzt.

Bundestrainer Joachim Löw hat mit seiner Absage an Mario Gomez seine Ankündigung wahr gemacht, nur Spieler in guter körperlicher Verfassung mit nach Brasilien zu nehmen.

Gomez ist nicht fit, hat in Florenz seit September kein Spiel über 90 Minuten absolviert. Zudem ist sein Typus als Stoßstümer offenbar nicht gefragt. Löws Entscheidung ist somit richtig und konsequent - aber auch mutig, denn er verzichtet auf einen erfahrenen Stürmer.

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Dass Sami Khedira als einziger Spieler eine Ausnahme von der Regel sein würde, hatte Löw schon im März erklärt. Er hat volles Vertrauen, dass der Mittelfeldspieler von Real Madrid es bis zur WM schafft.

Auch Miroslav Klose, der immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hatte, vertraut Löw. Er weiß, dass Klose sich immer rechtzeitig in Form bringt und braucht die Erfahrung des Routiniers.

Mit der Nominierung von Kevin Volland setzt der Bundestrainer ein wichtiges und richtiges Zeichen für die Zukunft. Der Kapitän der U-21-Auswahl hat sich mit starken Leistungen in Hoffenheim empfohlen.

Das Leistungsprinzip hat Löw im Angriff konsequent angewandt. Max Kruse war lange außer Form und es gibt bessere Spieler auf der Position hinter der Spitze. Pierre-Michel Lasogga war zuletzt verletzt und passt wohl auch nicht in die taktischen Überlegungen des Bundestrainers.

Für die Abwehr nominierte Löw in Shkodran Mustafi, Erik Durm und Matthias Ginter gleich drei Perspektivspieler, im Mittelfeld trifft dies auf Leon Goretzka und Andre Hahn zu.

Eine mutige Auswahl, aber ein richtiger Wink für die Zukunft. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob es einer von ihnen ins WM-Trainingslager schafft. Nach Südtirol will Löw 25 oder 26 Mann mitnehmen, darunter die drei Torhüter.

Beim dritten Torwart ist Löws Entscheidung allerdings nicht konsequent.

Rene Adler nicht zu berufen, ergibt Sinn. Der Hamburger hat eine schlechte Saison gespielt und in Roman Weidenfeller hat Löw schon einen erfahrenen Mann hinter Manuel Neuer.

Doch Ron-Robert Zieler bekam den Vorzug gegenüber Marc-Andre ter Stegen und Bernd Leno. Löw begründete dies damit, Zieler habe beim DFB immer einen sehr guten Eindruck hinterlassen.

Vielleicht hatte er dabei auch die bisherigen schlechten Auftritte von ter Stegen im DFB-Team im Hinterkopf. Wenn es auch nicht für die WM entscheidend ist, aber hier hat der Bundestrainer das richtige Zeichen verpasst.

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