Mario Gomez ist weit von WM-Form entfernt. Fitness und körperliche Voraussetzungen fehlen. Löw sollte eine Grundsatz-Frage klären.

Mario Gomez hatte einen klaren Plan: Über Florenz zum Stammplatz in der Nationalmannschaft und dann zur wichtigen DFB-Stütze bei der WM.

Man muss dieses Vorhaben als gescheitert bezeichnen.

Von den bisher möglichen 3240 Einsatzminuten in der Serie A verbrachte der Stürmer mickrige 397 auf dem Platz. Sein letztes Ligaspiel über die volle Distanz absolvierte er am 1. September 2013. Immer wieder streikte das Knie. Auch aktuell ist Gomez nicht einsatzfähig.

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Das ist zunächst einmal ein bedauerliches Schicksal. Im zweiten Schritt aber zudem ein ernsthaftes Problem für Joachim Löw. Am Donnerstag nominiert der Bundestrainer seinen vorläufigen WM-Kader.

Mit Gomez? Legt man den Leistungsgedanken und Löws Gesamtplanung zu Grunde, kann es nur eine Antwort geben: Nein.

Dem Torjäger fehlt es derzeit an nahezu allen Eigenschaften, die das DFB-Team in Brasilien benötigt. Verfügt Gomez über Spielpraxis? Nein. Hat er momentan die nötige Wettkampfhärte? Nein. Die Frage nach der von Löw jüngst eingeforderten "maximalen Belastbarkeit" erübrigt sich ohnehin.

Eigentlich sollte die Sachlage somit eindeutig sein. Dass sie es aber dennoch nicht ist, zeigt Löws Dilemma: Es mangelt an Alternativen an vorderster Front.

Miroslav Klose quälte sich ebenfalls mit immer wieder auftretenden Blessuren durch die Saison. Ob es bei ihm für maximal siebenmal 90 WM-Minuten reicht, scheint offen.

Dennoch hat der Römer gegenüber Gomez entscheidende Vorteile. Im DFB-Trikot blüht er regelmäßig auf. Und sein Körper ist derzeit voll belastbar.

Löw sollte bei seiner Nominierung folglich die Grundsatz-Frage nach der taktischen Ausrichtung bei der WM beantworten.

Mit Stürmer Klose als Plan A. Und der "falschen Neun" als Plan B.

Für einen Plan C mit dem klassischen Stoßstürmer Gomez in dessen derzeitiger Verfassung ist kein Platz.

Zumal die schwierigen klimatischen Bedingungen in Brasilien zeigen werden: Selten kam es auf jeden der 23 Spieler im endgültigen Kader derart an wie beim anstehenden Turnier. Die Hoffnung auf eine Form- und Fitness-Explosion bei Gomez wäre zu gewagt.

Zumal in Sami Khedira bereits ein Wackelkandidat fast sicher zum Aufgebot gehören wird. Auch diese Entscheidung ist nicht ohne Risiko - aber durchaus nachvollziehbar. Khedira ist beim DFB unumstrittener Stammspieler.

Für Gomez bleibt dies weiterhin ein Traum.

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