Jogi Löw mit Sonnebrille (r.): Die DFB-Delegation bespricht sich am Pool © SPORT1

Ottmar Hitzfeld blickt bei SPORT1 gelassen auf die Gruppen-Auslosung, Oliver Bierhoff denkt an die Quartierplanung.

Aus Brasilien berichten Thorsten Mesch und Jochen Stutzky

Costa do Sauipe - Die Spannung steigt, die letzten Vorbereitungen im gigantischen weißen Zelt laufen. Schließlich soll alles perfekt sein.

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"Die Arena ist gigantisch", sagt Ottmar Hitzfeld im Gespräch mit SPORT1. "Ich bin gespannt, wie es drinnen aussieht", meint der Schweizer Nationaltrainer voller Vorfreude.

Am Nachmittag werden in der Arena Sauipe die Vorrunden-Gruppen für die WM ausgelost (ab 16.45 Uhr im LIVE-TICKER), die Spannung steigt, auch wenn viele der Beteiligten nach außen hin betont cool wirken.

Löw ganz cool am Pool

Joachim Löw besprach sich am Donnerstag noch mit den Mitgliedern der deutschen Delegation direkt neben dem Hotel-Pool. Mit weißem T-Shirt und dunkler Sonnenbrille wirkte der Bundestrainer fast wie ein Urlauber.

Doch zum Spaß ist niemand hier.

Bierhoff als Brasilien-Experte

"Es ist nett hier, aber nicht stellvertretend für Brasilien", sagt DFB-Teammanager Oliver Bierhoff zu SPORT1 auf die Frage, wie ihm der Auslosungsort gefällt. Bierhoff ist ein Brasilien-Experte.

"Ich war schon fünf Mal hier, in verschiedenen Orten und zu verschiedenen Jahreszeiten", erklärt er und ergänzt. "Ich brauche diesen Termin nicht, um eine Einschätzung von Brasilien zu haben."

Die Entscheidung, wo das DFB-Team ihr Quartier während der WM bezieht, hängt nicht zuletzt von der Auslosung ab.

Die Bedeutung des Spielortes ist dabei nicht zu unterschätzen. Englands Teammanager Roy Hodgson ging sogar so weit zu sagen, dass der Spielort wichtiger als die zugelosten Gegner seien.

Hodgson will keinesfall im tropischen Manaus spielen. Ähnliche Überlegungen dürfte es auch im deutschen Lager geben. Nicht umsonst hatte Bierhoff die südamerikanischen Teams bereits vor einigen Monaten im Vorteil gesehen.

"Brasilien und Argentinien gehören sicher zu den Favoriten wie auch Spanien und Italien", sagt Bierhoff. Auch Deutschland gehört zu diesem Kreis.

Das DFB-Team ist wie die Gastgeber und der Titelverteidiger in Topf 1 gesetzt ( 816007 DIASHOW: Die Lostöpfe im Überblick ), in dem sich auch die Schweizer Auswahl befindet, was vielerorts für Kopfschütteln gesorgt hatte.

Hitzfeld freut sich über Platz in Topf 1

Ottmar Hitzfeld kann diese Aufregung nicht nachvollziehen. "Die Schweiz hat in den letzten drei Jahren super Leistungen gebracht, daher sind wir in Topf 1 und das haben wir verdient", erklärt Hitzfeld.

"Ich bin froh, dass wir in Topf 1 sind, weil wir dadurch nicht auf Brasilien, Argentinien, Deutschland oder Spanien treffen. Das ist natürlich ein Vorteil für uns", sagt der ehemalige Dortmund- und Bayern-Coach.

Wunschgegner hat er keine: "Man kann sowieso nicht alles beeinflussen, wir sind angewiesen auf gute Lose."

Capello hat keine Wunschgegner

Ähnlich pragmatisch sieht es Russlands Trainer Fabio Capello. "Ich habe keine Wunsch- oder Angstgegner. Wir wollen die Gruppenphase überstehen", sagt Capello zu SPORT1.

Was er sich wünsche, sei "nicht so wichtig", meint Louis van Gaal. Der niederländische Bondscoach könnte mit seiner Mannschaft schon in der Vorrunde auf Deutschland, Brasilien oder Spanien treffen.

Deutschland und Holland droht schwere Gruppe

Dem DFB-Team droht eine Gruppe mit der Elftal oder Italien, dazu könnten starke Teams wie Chile, die Elfenbeinküste oder die USA der deutschen Auswahl zugelost werden (BERICHT: DFB droht Hammergruppe).

"Jede Nation muss schon in der Gruppenphase mit gewissen Hindernissen rechnen. Das Niveau ist unglaublich hoch. Wenn man die Lostöpfe drei oder vier sieht, weiß man, dass es schwer wird", gibt sich Löw betont sachlich.

Finke verfällt nicht in Panik

Auch Kameruns Trainer Volker Finke verfällt wegen der Auslosung nicht in Panik. "Ich habe im Fußball früh die Erfahrung gemacht, dass es wichtig ist, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die man beeinflussen kann", sagt Finke zu SPORT1.

"Wer uns zugelost wird, kann ich nicht beeinflussen, deswegen bin ich absolut gelassen, was die Auslosung angeht. Man kann leidenschaftlich über die Lostöpfe oder FIFA-Ranking diskutieren, aber das spare ich mir."

Queiroz freut sich auf starke Gegner

Auch Irans Nationalcoach Carlos Queiroz gibt sich gelassen. "Wir freuen uns darauf, gegen die besten Teams der Welt spielen zu dürfen", sagt Queiroz zu SPORT1.

"Wenn wir auf Brasilien oder Deutschland treffen würden, wären wir stolz und würden uns freuen", erklärt der Portugiese.

Bald hat das Warten ein Ende. Wer sich dann wirklich freuen darf, wird sich am Nachmittag im großen weißen Zelt zeigen.

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