Zum Durchklicken: Die Vor-Ort-Impressionen der SPORT1-Reporter © getty

Wann sind alle Stadien fertig? Wie sicher ist Brasilien? SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen zur WM.

Aus Brasilien berichten Thorsten Mesch und Jochen Stutzky

Costa do Sauipe - "Brasilien ist die Seele des Fußballs." So umschmeichelte FIFA-Präsident Joseph Blatter die WM-Gastgeber am Dienstag in Costa do Sauipe.

Am Freitag werden im Ferienort am Atlantik die WM-Vorrundengruppen ausgelost ( 816007 DIASHOW: Die Lostöpfe im Überblick ). Und da will sich Brasilien natürlich von seiner besten Seite zeigen.

Ab dem 12. Juni 2014 rollt dann endlich der Ball. Doch wird das Stadion in Sao Paulo trotz des tragischen Unfalls mit zwei Toten rechtzeitig zum Eröffnungsspiel fertig?

Wie sicher ist Brasilien für die Fans? Wie kommen sie an Eintrittskarten, wie reisen sie von Spielort zu Spielort und wo können sie übernachten?

Wo wird gespielt und wie ist das Klima während der WM?

Am Mittwoch wurden beim Medientag der FIFA einige der wichtigsten Fragen von Experten (BERICHT: DFB droht Hammergruppe) beantwortet. SPORT1 war dabei und fasst zusammen:

WM-Stadien:

Neun der zwölf WM-Stadien sind bereits fertig und auch schon seit einiger Zeit in Betrieb. In Sao Paulo, Curitiba und Cuiaba kommt es jedoch zu teils größeren Verzögerungen. "Alle Stadien werden rechtzeitig fertig", sagt Brasiliens Sportminister Aldo Rebelo. Der Politiker beruhigt die Zweifler mit einem launigen Vergleich:

"Bei Hochzeiten in Brasilien kommt immer einer zu spät, aber deshalb ist noch nie eine Hochzeit ausgefallen. Es gibt einige Verspätungen, aber die Stadien werden rechtzeitig zu den Testevents fertig sein."

Die FIFA hatte bereits am Dienstag die Verzögerungen bestätigt. "Zwei Stadien werden im Februar übergeben statt im Dezember oder Januar. Curitiba ist das Stadion mit den größten Problemen. Klar ist, dass Curitiba nicht vor Ende Februar 2014 fertig ist. Das ist ein Fakt", hatte FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke gesagt. Die FIFA sei deshalb "aber nicht in Krisenstimmung."

WM-Tickets:

Zwei Tage nach der Auslosung der acht Vorrundengruppen am Freitag startet die nächste Verkaufsphase. Für jedes Vorrundenspiel der DFB-Elf werden zudem ab Sonntag über einen gesonderten Verkaufskanal 8 Prozent der Tickets für das jeweilige Stadion den deutschen Fans zur Verfügung gestellt.

In den beiden ersten Vergaberunden gab es weltweit 6,2 Millionen Nachfragen, allein 500.000 für das Finale. 1.084.335 Tickets wurden bislang verkauft.

Aus Brasilien kamen mit großem Abstand die meisten Anfragen, gefolgt von den USA, England, Australien, Deutschland, Kanada, Frankreich und Argentinien.

Fans haben bis zum 30. Januar 2014 Zeit, per Internet auf der Homepage der FIFA ihre Bestellung abzugeben. Die Karten werden dann im Februar per Verlosung vergeben. Vom 26. Februar bis zum 1. April folgt dann noch eine Zuteilung nach dem Prinzip: "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst".

Wer eine Karte ergattert hat, kann sie vor Ort vom 18.4. bis 13.07. in einem der zwölf "FIFA Venue Ticketing Centres" abholen. Auch die Abholung an einem Flughafen soll möglich sein.

Sicherheit während der WM:

In jedem der zwölf Austragungsorte gibt es "Host City Command and Control Centers". Dort laufen die Fäden in Punkto Sicherheit zusammen.

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WM-Besucher können sich in Brasilien sicher fühlen - sagen die Gastgeber natürlich. "Beim Confed-Cup wurde niemand verletzt oder in eine gefährliche Situation gebracht. Ich denke, dass die öffentliche Sicherheit gewährleistet war. Wir müssen uns aber immer weiter verbessern", erklärte ein Sicherheits-Experte am Mittwoch.

"Rio, Sao Paulo oder Salvador gelten in der öffentlichen Meinung als Orte mit höherer Kriminalität, aber in Brasilien werden die Fans und die Journalisten sicherer sein als in einem vergleichbaren Umfeld in Europa oder anderen Ländern", meint Sportminister Rebelo.

Vielleicht ist die Sichtweise etwas zu optimistisch, aber klar ist, dass in Brasilien alles versucht wird, um die größtmögliche Sicherheit der Besucher zu gewährleisten. Für die Besucher gilt letztlich das, was fast überall auf der Welt gilt: Risiken vermeiden, Augen offen halten.

Tourismus/Flugtickets/Unterkünfte:

Erwartet werden zur WM 600.000 ausländische Touristen und 3 Millionen Fans aus ganz Brasilien.

Die meisten Brasilien-Touristen kommen aus Argentinien, Deutschland folgt bereits auf Platz drei. Brasiliens Infrastruktur ist auf einem sehr hohen Niveau, das wichtigste Transportmittel während der WM ist wegen der großen Distanzen das Flugzeug.

In allen zwölf Spielorten gibt es einen Flughafen. Flugtickets sollen im Juni/Juli 2014 so viel kosten wie zu anderen Zeiten mit hoher Nachfrage. Das ist die Wunschvorstellung der Experten. In der Praxis werden sie aber wahrscheinlich höher sein.

Es gibt genügend Unterkünfte für WM-Besucher in allen WM-Städten. Die Preisspanne ist jedoch sehr groß. Wie bei den Flugtickets kann man bei eigener Recherche im Internet viel Geld sparen.

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Spielorte:

Die WM wird in zwölf Städten ausgetragen: Belo Horizonte, Brasilia, Cuiaba, Curitiba, Fortaleza, Manaus, Natal, Porto Alegre, Recife, Rio de Janeiro, Salvador und Sao Paulo. Hier einige Highlights:

Belo Horinzonte ist die Hauptstadt der Bars, der Caipirinha und des guten Essens, ist zudem geographisch und strategisch sehr günstig gelegen: In nur einer Stunde Flug erreicht man sechs andere Spielorte. Es herrscht trockenes Klima, im Juni und Juli regnet es praktisch nie. Die Temperaturen liegen zwischen erträglichen 18 und 24 Grad.

Fortaleza nennt sich die "Stadt der Freude" oder "die Heimat des Sonnenlichts". Fortaleza wirbt selbst mit 25 km Strand, viel Sonne und 2,5 Millionen lustigen und freundlichen Einwohnern.

Manaus ist die Hauptstadt des Amazonas, Natal glänzt mit Traumstränden und mehr als 300 Sonnentagen im Jahr. Natal ist der nordöstlichste Punkt Brasilianes, also am nächsten an Europa gelegen.

Porto Alegre ist die südlichste Großstadt Brasiliens und nennt sich die grünste Stadt des Landes. Hier trinken die Menschen Mate, wie im nahen Argentinien und Uruguay. Porto Alegre ist die Heimat von Brasiliens Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari und vom ehemaligen Weltmeister und Bundesligaprofi Carlos Dunga. Auf der Südhalbkugel ist im Juni streng genommen das Winterhalbjahr, daher kann es in Porto Alegre nachts durchaus unter 10 Grad kühl werden. Teilweise fällt die Temperatur sogar unter den Gefrierpunkt.

Recife hat sich als Urlaubsort schon lange einen Namen gemacht. Im Juni findet hier das Sao-Joao-Festival mit lokaler Musik und Tanz statt. Der Strand von Porto de Galinhas wurde schon zehn Mal zum schönsten Strand Brasiliens gewählt.

Rio ist weltbekannt, besticht mit Copacabana, Ipanema und Maracana, dem größten und legendärsten WM-Stadion.

Größte Stadt des Landes ist Sao Paulo mit 11,8 Millionen Einwohnern - so viele wie Portugal.

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