Brasilien bereitet sich auf die WM vor. Die Voraussetzungen für ein tolles Turnier sind bestens, aber noch nicht alles läuft rund.

Die WM beginnt erst in etwas mehr als sieben Monaten. Logisch, dass in Brasilien noch nicht alles nach Plan läuft.

Beim Abflug in München die erste positive Überraschung. Wir fliegen mit der größten deutschen Fluglinie - der Star Alliance sei Dank.

Familienmitglieder, die beim Nennen der brasilianischen Airline ängstlich nachfragen, brauchen sich also nicht zu sorgen.

Pünktlich landen wir in Sao Paulo. Das Gepäck wird allerdings nicht bis Salvador de Bahia durchgecheckt, man muss es nach der Zwischenlandung abholen und vor dem Weiterflug noch einmal aufgeben.

Ist aber auch noch kein Problem.

Kritisch wird es erst, als der Flieger nach Salvador einfach nicht starten will. Schon beim Einsteigen sind wir zu spät dran, dann steht die Maschine eine Stunde auf dem Rollfeld.

Endlich geht es los.

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Aus dem Flugzeug sieht man das WM-Stadion von Sao Paulo, wo in der vergangenen Woche zwei Arbeiter bei einem Unfall ums Leben kamen und wo man sich nun sehr beeilen muss, damit dort am 12. Juni das Eröffnungsspiel stattfinden kann.

Mit 90 Minuten Verspätung landen wir in Salvador. Jetzt heißt es Beeilung, in nicht einmal zwei Stunden werden in Costa do Sauipe die Lostöpfe für die Auslosung am Freitag bekanntgegeben.

Doch zuerst gilt es, Geduld zu bewahren: Das Gepäck von zwei großen Maschinen wird von einem Mini-Gepäckband ausgespuckt.

Alles läuft gaaaanz langsam.

Die Einheimischen nehmen es gelassen. Es scheint sowieso, als könne die Einheimischen nichts so schnell aus der Ruhe bringen. Vielleicht liegt es an der Hitze.

Auf den 75 Kilometern im Shuttle nach Sauipe lernen wir aber, dass es in Brasilien auch sehr schnell gehen kann.

Bruno, unser Fahrer, hätte sich auch den Spitznamen Ayrton verdient. Wie die brasilianische Formel-1-Legende rast er über den Asphalt und bringt uns pünktlich - und lebend - zum Austragungsort.

Sehr große Zelte kennen Deutsche vom Münchner Oktoberfest, doch was wir plötzlich sehen, stellt alles in den Schatten.

Ein riesiges, weißes, hässliches Gebilde aus Stahlrohren und Planen steht auf einer Fläche größer als ein Fußballfeld. In der Arena Sauipe werden am Freitag die Gruppen ausgelost.

Ansonsten ist der Ferienort am Meer zwar ganz nett, aber längst nicht so hübsch wie Praia do Forte, 25 Kilometer weiter südlich, wo wir wohnen. Wir fühlen uns wohl. Strand, Palmen, Sonne, alles läuft nach Plan.

Und wenn bis zur WM auch das Internet im Hotel funktionieren sollte, wäre es sogar perfekt.

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