Auf dieser Bühne im Badeort Costa do Sauipe werden die Gruppen ausgelost © getty

Der Bundestrainer freut sich auf die Auslosung der WM-Töpfe in Brasilien. US-Coach Jürgen Klinsmann schimpft auf die FIFA.

Von Florian Pertsch

München - Die letzten WM-Qualifikationsspiele sind gespielt, die Quali-Playoffs sind auch durch.

Die Spannung im Vorfeld der Weltmeisterschaft in Brasilien 2014 wird aber dennoch nicht weniger, denn jetzt geht der bange Blick der deutschen Fans in den Badeort Costa do Sauipe.

Um 17 Uhr mitteleuropäischer Zeit wird der Weltverband FIFA im brasilianischen Küstenort die Lostöpfe für die anstehende WM-Auslosung festlegen.

Die Mannschaft von Joachim Löw wird auf der Jagd nach dem vierten WM-Titel zusammen mit Spanien, Argentinien und Gastgeber Brasilien im ersten Lostopf landen (News: Alles zum DFB-Team).

So weit, so erwartbar - doch die restlichen vier Kandidaten, die die FIFA mit den Fußballgroßmächten in einen Topf gepackt hat, sorgen vielerorts für hochgezogene Augenbrauen.

Uruguay, Belgien, Kolumbien und die Schweiz tummeln sich nämlich ebenfalls in der ersten Losschüssel.

"Sportliche auch regionale Kriterien"

Der Auswahl-Modus der FIFA hat es für das Turnier 2014 in sich.

(Mehr zum Thema WM-Auslosung in Bundesliga Aktuell Di., ab 18.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1).

Topf eins wird durch die Plätze eins bis sieben der FIFA-Weltrangliste vom Oktober sowie durch das Gastgeberland gebildet, in den anderen drei Töpfen will die FIFA neben sportlichen auch regionale Kriterien heranziehen.

Dass dieses Verfahren nicht überall auf Gegenliebe stößt, ist keine große Überraschung.

Klinsmann kritisiert die FIFA

US-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann, mit seinem Team auch ein möglicher Kontrahent der Deutschen und möglicherweise nur in Topf vier, hatte sich über den neuen Modus zuletzt schon heftig beschwert: "Das ist unausgewogen und wird jede Menge Fragezeichen und viele Diskussionen hervorrufen."

Wenn man den ersten Lostopf betrachtet, "dann denkt man ein bisschen darüber nach, ob das der richtige Weg ist." Es werde "einige Killergruppen geben".

Deutschland drohen schwere Gegner

Die USA wären dabei wohl noch das kleinste Problem des DFB-Teams, denn der dreimalige Weltmeister Deutschland könnte etwa schon in der Vorrunde auf Erzrivale Niederlande, Angstgegner Italien, Ex-Weltmeister Frankreich, Portugal oder auch England treffen.

Eine deutsche Hammergruppe könnte zum Beispiel mit den Niederlanden, Chile und Mexiko bestückt sein.

Mit Griechenland, Algerien und dem Iran als mögliche Gegner-Kombination könnte Deutschland sicherlich deutlich besser leben.

Bundestrainer Löw bleibt cool

Bundestrainer Löw blieb vor dem Flug über Sao Paulo nach Salvador di Bahia an der Atlantikküste trotz der eventuellen Hammergegner gelassen: "Wir nehmen es wie es kommt. Wir haben keine Wunschgegner. Wenn Deutschland in ein Turnier geht, will man immer den maximalen Erfolg."

Eine gewisse Neugier herrscht beim DFB-Tross, bestehend aus Löw, Präsident Wolfgang Niersbach, DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock, Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff und Assistenztrainer Hansi Flick, aber natürlich schon.

"Ich fahre mit großer Spannung dahin. Das ist der Moment, wo es so richtig losgeht. Dann nimmt das eine wahre Gestalt an, dann wird das alles konkreter", erklärte Löw.

Suche nach dem WM-Quartier

Im Anschluss an die Auslosung geht der Brasilien-Trip für die Reisegruppe noch weiter, denn der DFB ist nach wie vor auf der Suche nach einem passenden WM-Quartier.

Auch Nationalkeeper Manuel Neuer blickt "gespannt auf die Auslosung, denn dann wissen wir, wo das Quartier ist, wo wir spielen. Ob es dort kalt oder warm ist. Es interessiert mich schon."

Zur Auswahl stehen nach mehreren Vorbesichtigungen - Bierhoff und Co. waren insgesamt 26.000 Kilometer gereist und hatten acht Quartiere unter die Lupe genommen - noch eine Hotelanlage in Salvador und eine Unterkunft in Sao Paolo.

Die Entscheidung hängt nun davon ab, in welche Gruppe Deutschland gelost wird. Danach soll auch der Vorbereitungsplan für die WM in Brasilien, wo laut Löw "die Uhren anders ticken als in Europa", konkretisiert werden.

Die Lostöpfe für die Auslosung der WM-Vorrundengruppen im Überblick:

Topf 1: Brasilien, Spanien, Deutschland, Argentinien, Kolumbien, Belgien, Schweiz, Uruguay

Die Töpfe 2 bis 4 könnten wie folgt aussehen:

Topf 2: Niederlande, Italien, England, Portugal, Griechenland, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Russland

Topf 3: Frankreich, Chile, Ecuador, Algerien, Elfenbeinküste, Ghana, Kamerun, Nigeria

Topf 4: Australien, Iran, Japan, Südkorea, Costa Rica, Honduras, Mexiko, USA

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