Im Interview spricht Andre Schürrle über seine Gala gegen Schweden, den Kampf um die WM-Plätze und seine Entwicklung bei Chelsea.

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Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch, Jochen Stutzky und Markus Höhner

Stockholm ? Mit einer schwarzen Plastiktüte in der Hand ging Andre Schürrle durch die Mixed Zone der Friends Arena.

Die Tüte war ausgebeult, denn in ihr steckte ein Ball, den sich Schürrle nach dem 5:3 (1:2) gegen Schweden (Bericht) geschnappt hatte. (793052DIASHOW: Bilder des Spiels)

Als Andenken an ein denkwürdiges Spiel, das er wohl auch ohne das Erinnerungsstück nie vergessen hätte.

"Drei Tore habe ich noch nie geschossen, das ist wunderschön", sagte der 22-Jährige, der innerhalb von nur 19 Minuten zum 3:2, 4:2 und 5:3 getroffen hatte. (DATENCENTER: WM-Quali)

Schon beim 3:0 gegen Irland war ihm ein Treffer gelungen. Für die Konkurrenten auf der linken Seite um den derzeit verletzten Lukas Podolski dürfte es nun eng werden.

"Wenn er so spielt wie heute, komme ich an ihm nicht vorbei", sagte Bundestrainer Joachim Löw nach Schürrles Gala in Solna: "Er ist dynamisch und schnell. In Chelsea hat er sich stark weiterentwickelt."

Im Interview spricht der ehemalige Leverkusener über seine Gala gegen Schweden, seine Entwicklung bei Chelsea und das Comeback seines Kumpels Mario Götze.

SPORT1: Herr Schürrle, herzlichen Glückwunsch zu Ihrem tollen Spiel. Wie lautet Ihr Fazit?

Andre Schürrle: Wir haben neun von zehn Spielen gewonnen und gezeigt, dass wir die beste Mannschaft in der Gruppe waren. Es war ein schöner Abend.

SPORT1: Sie haben drei Tore erzielt und ein sehr gutes Spiel gezeigt. Schwärmen Sie doch mal ein bisschen über sich.

Schürrle: Das werden Sie nicht von mir hören. Ich kann nur sagen, dass es sehr viel Spaß in dieser Mannschaft macht. Wir haben schon in der ersten Halbzeit gut gespielt und in der zweiten Halbzeit haben wir uns belohnt.

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SPORT1: Und Sie haben sich den Ball als Souvenir gesichert.

Schürrle: Den Ball habe ich dabei, das stimmt (lacht). Drei Tore, da darf man auch mal den Ball mitnehmen.

SPORT1: Wie sehr ärgern Sie sich über die Gegentore?

Schürrle: Wir hatten drei Mal zu Null gespielt, jetzt drei Gegentore bekommen. Das ist ärgerlich, aber wir haben vorne wieder mehr gemacht, als wir hinten bekommen haben und wir haben gewonnen. Das zählt am Ende. Von daher ist alles gut.

SPORT1: Sie haben gegen Irland ein Tor erzielt, gegen Schweden war es ein Dreierpack. Haben Sie durch Ihren Wechsel nach London einen Leistungsschub bekommen?

Schürrle: Ich glaube, dass mir der Wechsel sehr gut getan hat in Sachen Selbstvertrauen und Auftreten. Ich fühle mich einfach gut und bin körperlich fit und dazu hat die ganze Mannschaft gegen Irland und Schweden richtig gut gespielt. Da fällt es einem natürlich leichter.

SPORT1: Welchen Anteil hat Ihr Trainer Jose Mourinho an ihrem Aufschwung?

Schürrle. Er gibt mir sehr viel Selbstvertrauen. Er sagt, wenn ich mein Spiel durchziehe, wird es für jeden Gegner schwer. Ich fühle mich gut, im Moment passt einfach alles. Aber man muss bei Chelsea jeden Tag darum kämpfen, dass man am Wochenende spielt, weil wir eine unglaubliche Dichte an Qualität im Kader haben. Das ist gut für jeden Spieler, dass er sich zeigen muss.

SPORT1: Sie treffen in der Champions League auf Schalke. Muss S04 jetzt vor Ihnen zittern?

Schürrle: Schalke ist noch eine Woche hin. Wir haben erst noch ein Ligaspiel, dann spielen wir auf Schalke.

SPORT1: Ihr Kumpel Mario Götze hat sein Comeback mit einem Tor und einer Vorarbeit gefeiert. Was sagen Sie zu seiner Leistung?

Schürrle: Mario hat sehr gut gespielt, hat sich richtig viel bewegt, ein Tor erzielt und einen Assist gegeben. Man hat gesehen, was für eine unglaubliche Qualität mit ihm nochmal reingekommen ist. Er hat das sehr gut gemacht.

SPORT1: Auf der linken Seite herrscht mit Ihnen, Marco Reus, Julian Draxler und Lukas Podolski große Konkurrenz. In wie weit konnten Sie sich heute für einen Platz für die WM empfehlen?

Schürrle: Es geht schon die ganze Zeit um die Plätze. Jeder versucht sich zu zeigen. Wir haben als Mannschaft gut gespielt und jeder konnte sich präsentieren.

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