Die deutsche Nationalmannschaft bietet Spektakel - und Defensivschwäche. Beides ist bekannt. Und steht einem Titelgewinn im Weg.

Ja, ich habe einen Lieblingsitaliener.

Das klingt wichtig. Ich weiß. Meist haben das ja nur Fußball-Profis oder andere Promis.

Die verzehren dann aber eher eine "kleine Pasta". Ich hingegen verdrücke in der Regel einen großen Teller Nudeln.

Sei es drum.

Bei "meinem" Italiener hängen Fotos an der Wand.

Von Andrea Pirlo, Fabio Grosso oder Mario Balotelli.

Die Jungs zeigen sich in Jubelpose. Im Hintergrund, ein wenig verschwommen, sieht man Männer in weißen Trikots und mit hängenden Köpfen. Den Bundesadler auf den Hemden kann man nur erahnen.

Aber er ist da.

Warum ich das hier berichte? Nunja, Geschichte wiederholt sich.

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Auf 2006 folgte 2012 - und meine Sehnsucht nach einem Lieblingsspanier ist seit ein paar Jahren ohnehin begrenzt.

Bekommt die DFB-Elf nicht endlich diese verflixte Defensiv-Schwäche in den Griff, werden nach der WM im kommenden Jahr auch Rodizio, argentinische Fleischplatten oder ein Stück Gouda zu schmerzhaften kulinarischen Erlebnissen.

5:3 gegen Schweden. Gegen Schweden! Ohne Ibrahimovic.

Klar, das war Spektakel und die Köttbullar bei Ikea schmecken auch weiterhin.

Schürrle war großartig und Götze nicht viel schwächer.

Es gibt keinen Zweifel an der Offensivstärke unserer Nationalmannschaft.

Aber: Wenn dieses hochbegabte Ensemble künftig drei Tore gegen eine Spitzenmannschaft fängt, werden Schürrle, Götze Co. wohl kaum fünfmal auf der Gegenseite einnetzen.

Das war ein Problem, das ist ein Problem, das bleibt ein Problem.

Zumal das Ganze an entscheidenden Stellen offenbar nicht so richtig registriert wird.

Schweden habe nur "vier-, fünfmal" aufs deutsche Tor geschossen - wenn dann drei Bälle drin sind, sei das nunmal so, war sinngemäß von dem einen oder anderen Nationalspieler zu hören.

Man kann das so sehen. Nach überbordendem Ehrgeiz klingt das aber nicht.

Intern ist die Sprachregelung hoffentlich anders.

Joachim Löw konnte das Problem bisher nicht lösen. Nun verlängert er seinen Vertrag demnächst bis 2016.

Löw hat seine Verdienste, keine Frage.

Aber: Der letzte deutsche Triumph liegt mittlerweile 17 Jahre zurück. Seitdem waren wir sogar Papst, Europa- oder Weltmeister waren wir nicht.

Das muss aufhören.

Ob es Fortschritte beim DFB-Team gibt, kann am 15. November bestaunt werden. Im Test gegen ...

... Italien.

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