Mario Götze wechselte 2013 von Borussia Dortmund zu Bayern München © getty

Verletzungen und Fehltritte abseits des Rasens: Gegen Schweden soll Götze wieder zeigen, was er am besten kann.

Vom DFB-Team berichten Thorsten Mesch, Jochen Stutzky und Markus Höhner

Stockholm - Es war eiskalt an jenem 17. November 2010 in Göteborg.

Schweden, Deutschland, 0:0 - das Freundschaftsspiel im Stadion Nya Ullevi brachte die Fans auch nicht gerade auf Temperaturen.

Nur einer war heiß: Bis zur 78. Minute kuschelte Mario Götze auf der Ersatzbank unter einer warmen Decke. Dann wurde er eingewechselt. Länderspieldebüt als 18-Jähriger.

Deutschlands Megatalent durfte erstmals bei den ganz Großen mitkicken. Eine fast folgerichtige Entwicklung: Der Teenager war der Liebling der Fans, manch Experte feierte ihn als "Jahrhunderttalent".

Dieser junge Mann war die Zukunft des deutschen Fußballs. Daran gab es keinen Zweifel.

Götze gibt sich locker

Knapp drei Jahre später schließt sich der Kreis. Wieder Schweden, wieder eine Art Freundschaftsspiel - zum Abschluss der WM-Qualifikation geht es heute (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) schließlich um beinahe nichts mehr.

In Stockholm ist das Wetter dieser Tage aber zumindest milder als damals in Göteborg. Zudem ist das Dach in der Friends-Arena geschlossen. In kurzer Hose trainierte Götze gar zuletzt, gab sich locker, lachte mit seinen Mitspielern.

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Dennoch könnte es ihn beim Blick zurück ein wenig frösteln. Stammspieler sollte er inzwischen sein. Dem Spiel des DFB-Teams regelmäßig den Stempel aufdrücken. So lautete einst der Plan.

Joachim Löw wollte sich öffentlich jetzt aber nicht einmal auf seinen Startelf-Einsatz festlegen - in einem eigentlich bedeutungslosen Spiel. (DATENCENTER: WM-Quali)

Nach SPORT1-Inforamtionen in der Startelf

"Götze bleibt eine Option für beides. Es könnte sein, dass er von Beginn an spielt, es könnte aber auch sein, dass ich ihn einwechsle", sagte der Bundestrainer am Montag und ergänzte: "Seine Kraft wird noch nicht für 90 Minuten reichen, er hatte zuletzt nicht viel Spielpraxis."

NachSPORT1-Informationen wird Götze allerdings beginnen - das ist mit dem FC Bayern so vereinbart.

Denn: Götze braucht Spielpraxis. In München lief es bisher nicht gerade rund.

Zweimal ausgewechselt, zweimal eingewechselt - so lautet seine Bilanz beim FCB, seit er im Sommer aus Dortmund kam.

Ein Muskelbündelriss und ein Kapselriss hatten ihm zu schaffen gemacht.

Ob Götze überhaupt zur Nationalmannschaft reisen sollte, wurde in München kontrovers diskutiert. Präsident Uli Hoeneß war dagegen.

"Wichtiger Spieler bei der WM"

Löw hatte die Nominierung allerdings mit Sportvorstand Matthias Sammer abgesprochen.

"Es ist auch psychologisch sehr wichtig für Mario, dass er wieder spielt", sagt der Bundestrainer: "Er war lange verletzt und ist nächstes Jahr bei der WM ein wichtiger Spieler für uns."

Am Freitag gegen Irland reichte es für Götze zu einem Kurzeinsatz. Sein letztes Länderspiel über 90 Minuten absolvierte er im März beim 4:1 gegen Kasachstan. Als "falsche Neun" erzielte er das 2:0.

Höhepunkt gegen Brasilien

23 Länderspiele hat Götze bisher absolviert. Es könnten einige mehr sein. Doch schon zu Dortmunder Zeiten hatte er immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen.

Seinen bisherigen Höhepunkt beim DFB-Team erlebte er im August 2011, als er beim 3:2 gegen Brasilien überragend spielte und seine Leistung mit einem Tor krönte.

Kurz darauf traf er beim 6:2 gegen Österreich in der EM-Qualifikation, beim 3:1 in der Türkei legte er ein Tor vor.

2012 sollte sein Jahr werden. Doch dann verletzte er sich wieder. Zwar schaffte er noch den Sprung in den EM-Kader, kam aber nur zehn Minuten im Viertelfinale gegen Griechenland zum Einsatz.

Gegenwind nach Bayern-Wechsel

Mit Dortmund spielte er danach eine starke Saison, doch die Titel gingen nach München. Genau wie Götze, dem die BVB-Fans den Wechsel zum großen Rivalen mehr als übel nahmen.

Der Liebling der Massen wurde zum Buhmann. Selbst bei seinem Start in München.

Die Vorstellung beim neuen Klub wurde zum Eklat, weil er bei der Präsentation im falschen T-Shirt erschien. Dies missfiel den Sponsoren und Klubbossen des FC Bayern.

In der Nationalmannschaft passierte n der vergangenen Woche Ähnliches, als Götze in Kompressionsstrümpfen seines persönlichen Sponsors auflief. Dafür kassierte er einen Rüffel von DFB-Teammanager Oliver Bierhoff.

Pfiffe bei der Einwechslung

Als Götze am Freitag in Köln gegen die Iren eingewechselt wurde, quittierten dies einige Zuschauer im Stadion mit Pfiffen.

Der einstige Publikumsliebling polarisiert und hat mit unglücklichen Aktionen viel Kredit verspielt.

Aber er ist ein begnadeter Fußballer. Er muss es nur wieder zeigen. Gegen Schweden soll er die Chance dazu bekommen.

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